Zeitung Heute : AUSLAND

AFGHANISTAN

Isaf fasst Kommandeur

des Hakkani-Netzwerks

Kabul - Die internationale Afghanistan- Truppe Isaf hat einen der Anführer des berüchtigten Hakkani-Netzwerks im Süden des Landes gefasst. Wie die Isaf am Samstag auf ihrer Website weiter mitteilte, sei ihnen Hadschi Mali Khan bei einer gemeinsamen Operation mit der afghanischen Armee in der Provinz Paktia ins Netz gegangen. Hadschi Mali Khan ist der Onkel von Siradschuddin Hakkani, dem Chef des in Pakistan angesiedelten Netzwerks, das für zahlreiche Angriffe und Überfälle in Afghanistan verantwortlich zeichnet. Obwohl schwer bewaffnet, habe sich Hadschi Mali Khan widerstandslos ergeben. Das Hakkani-Netzwerk sorgt seit längerem für Streit zwischen den USA und Pakistan. Aus Sicht Washingtons geht die Regierung in Islamabad nicht energisch genug gegen das Netzwerk vor, dessen Kämpfer von Pakistan aus nach Afghanistan vordringen. dpa

BIRMA

Präsident Thein Sein hört auf das Volk:

Staudammprojekt gestoppt

Yangon - Die Regierung in Birma hat am Freitag den Bau eines gigantischen Staudamms am Irawaddy-Fluss vorerst gestoppt. Damit reagierte die Führung des nur eingeschränkt demokratischen asiatischen Landes auf wochenlangen öffentlichen Widerstand gegen das Projekt. Präsident Thein Sein sagte vor dem Parlament, seine Regierung habe „nach dem Willen des Volkes“ handeln müssen. Das von China initiierte, 3,6 Milliarden Dollar schwere Projekt war 2006 von der Militärjunta begonnen worden. Unterstützer der demokratischen Politikerin Aung San Suu Kyi werteten den Stopp als Erfolg und als Zeichen für weitere demokratische Reformen nach den Wahlen im vergangenen November. Experten wiesen allerdings darauf hin, dass der Bau nur vorübergehend unterbrochen sein könnte, da China einer der größten Investoren in Birma sei und die Regierung es sich nicht mit der Großmacht verderben wolle. rtr

HAITI

Regierung will

Armee statt UN-Blauhelmen

Puebla - Haiti will wieder eine Armee. Wie aus einem vertraulichen Papier der neuen Regierung unter Präsident Michel Martelly hervorgeht, sollen ab sofort die ersten Rekruten angeworben werden. Die Armee soll die UN-Stabilisierungstruppe Minustah ersetzen, die seit 2004 für Sicherheit im Land sorgen soll. Die Schaffung der Armee, eines Verteidigungsministeriums und eines haitianischen Geheimdienstes wird den Berechnungen zufolge 95 Millionen Dollar kosten, wofür sich die Regierung Finanzmittel aus Frankreich, Brasilien, den USA und von der UN erhofft. Vorige Woche verabschiedete der haitianische Senat einen Beschluss, wonach sich die Minustah Ende 2012 endgültig aus Haiti zurückziehen soll. Informationen von Minustah-Mitgliedsländern zufolge sind einige Senatoren in den Drogenhandel verwickelt und stören sich an der Präsenz der UN-Blauhelme. Die haitianische Opposition lehnt die Wiedereinrichtung der Armee ab. Weder gebe es äußere Feinde noch habe Haiti Geld dafür, so Moise Jean-Charles von der Partei Inité, die die Mehrheit im Senat stellt. Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und hat sich noch nicht von dem schweren Erdbeben vor eineinhalb Jahren erholt. Mehr als eine halbe Million Menschen leben weiterhin in Zeltlagern. swe

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