Zeitung Heute : AUSLAND

SYRIEN

Qatar schlägt Truppeneinsatz

gegen Assad vor

Beirut - Nach dem Scheitern eines Beobachter-Einsatzes in Syrien hat Qatar als erstes Mitglied der Arabischen Liga einen Truppeneinsatz ins Gespräch gebracht. In einer solchen Lage „sollten einige Soldaten das Blutvergießen stoppen“, sagte der Emir des Landes, Scheich Hamad bin Dschassim al Thani in einem Interview mit dem Sender CBS auf die Frage, ob er für ein militärisches Eingreifen in Syrien sei. Qatar hat den Vorsitz im Syrien-Ausschuss der Arabischen Liga. Seit Dezember befinden sich Beobachter des Staatenbundes in Syrien. Trotzdem ebbt die Gewalt nicht ab. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Beginn der Proteste im März bereits mehr als 5000 Menschen getötet worden. Ein desertierter General der syrischen Armee hat unterdessen nach offiziellen Angaben in der Türkei Zuflucht gesucht. Der Tageszeitung „Hürriyet“ zufolge war er die Nummer zwei der Armee im Norden Syriens und dort für den Nachrichtendienst zuständig. Dem Bericht nach hält er sich in einem Lager auf, in dem sich auch der syrische Ex-Offizier Riad al Assaad befindet, der Chef der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), einer vorwiegend aus Deserteuren der regulären Streitkräfte gebildeten Rebellengruppe. rtr/AFP

IRAK

Mehr als 50 Tote nach Anschlag

auf schiitische Pilger

Basra - Ein Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger im Süden des Irak hat am Samstag 53 Menschen das Leben gekostet. Durch die Explosion nahe einer schiitischen Pilgerstätte am Rande der südirakischen Stadt Basra seien zudem 137 Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde in der Provinz. Der Anschlag ereignete sich am letzten Tag des schiitischen Festes von Arbain. Wie ein Augenzeuge berichtete, hatte der Attentäter am Vormittag Kuchen an die Pilger verteilt, die auf dem Weg zur Pilgerstätte Chutwa Imam Ali am Rande von Basra waren. Ein Soldat habe jedoch Verdacht geschöpft und versucht, den Attentäter zu seinem Vorgesetzten zu bringen, sagte Kadhim Nasser, der an dem Anschlagsort einen Stand zur Versorgung der Pilger betrieb. Der Attentäter habe den Soldaten jedoch von sich gestoßen und sich in die Luft gesprengt. Dutzende Frauen und Kinder seien unter den Opfern. Der Anschlag ereignete sich rund fünf Kilometer außerhalb von Basra auf dem Weg zur Pilgerstätte Chutwa Imam Ali. Viele Schiiten pilgern dorthin, wenn sie nicht den längeren Weg nach Kerbala im Zentrum des Irak machen können. AFP

CHINA

Zusammenstöße nach

Selbstverbrennung eines Tibeters

Peking - Eine neue Selbstverbrennung eines Tibeters hat in Südwestchina zu Zusammenstößen zwischen Tibetern und chinesischen Sicherheitskräften geführt. Wie die internationale Aktionsgruppe Free Tibet aus London berichtete, war es bereits der 16. Tibeter, der sich aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das tibetische Volk mit Benzin übergossen und angezündet hat. Die Selbstverbrennung sei am Samstag in Aba (tibetisch Ngaba) in der Provinz Sichuan passiert. Es war unklar, ob der Mann dabei ums Leben gekommen ist. Anschließend sei es zu Protesten örtlicher Tibeter und auch Mönchen aus dem Kloster Kirti gekommen. Chinesische Sicherheitskräfte hätten mindestens eine Frau niedergeschossen, berichtete Free Tibet. Es gebe unbestätigte Berichte, dass „viele Menschen“ von Kugeln getroffen worden seien. Die Sicherheitskräfte hätten offenbar Gas gegen die Tibeter eingesetzt. Zahlreiche Menschen seien festgenommen worden. „Nach unserer Kenntnis dauert die Situation noch an und die Menschen in Ngaba sind entsetzt“, sagte Stephanie Brigden von Free Tibet. dpa

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