Zeitung Heute : AUSLAND

TÜRKEI

Neuer Hinweis auf Giftmord

an Präsident Özal im Jahr 1993

Istanbul - Türkische Ermittler haben einem Zeitungsbericht zufolge weitere Hinweise auf einen Giftmord an dem vor 20 Jahren gestorbenen türkischen Präsidenten Turgut Özal gefunden. In den sterblichen Überresten des Politikers seien mehrere Giftstoffe gemessen worden, berichtete die türkische Zeitung „Today’s Zaman“ am Samstag. Özals teilweise erhaltene Leiche war im Oktober exhumiert worden. Nach früheren Berichten, die offiziell nicht bestätigt wurden, fanden Wissenschaftler bei der Untersuchung verdächtige Spuren von Strychnin. „Today’s Zaman“ berichtete am Samstag unter Berufung auf Mitarbeiter des mit der Untersuchung beauftragten Forensischen Institutes ATK, es seien vier Giftstoffe gefunden worden, darunter ein zehnfach erhöhter Wert des Giftes DDT sowie Spuren des radioaktiven Stoffes Polonium. Polonium sei demnach genutzt worden, um den Körper des Präsidenten zunächst zu schwächen. Staatsanwälte gehen Hinweisen auf eine mögliche Ermordung des Politikers nach, nachdem Zeugen über verdächtige Umstände des Todes berichtet hatten. Özal war von 1989 bis zu seinem Tode im April 1993 Staatspräsident. Als Todesursache war Herzversagen genannt worden. Auch Özals Familie geht von einem Mord aus und fordert eine Aufklärung möglicher Hintergründe, nachdem der Leichnam 1993 nicht untersucht worden war. Mit Reformen hatte der nicht unumstrittene Özal seinem Land wirtschaftliches Wachstum beschert. Er legte sich mit der damals fast allmächtigen Armee an und gab Signale für eine Aufweichung der harten Haltung in der Kurdenfrage. dpa

]ITALIEN

235 Flüchtlinge auf Lampedusa angekommen

Rom - Ein Flüchtlingsboot mit 235 Menschen an Bord hat am Samstag die italienische Insel Lampedusa erreicht. Unter den Migranten sind 45 Frauen und sechs Kinder, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das Boot war in der Nacht von einem Flugzeug der Küstenwache südlich der Insel gesichtet worden. Zunächst war unklar, wo die Flüchtlinge aufgebrochen waren. Aus Nordafrika kommen in diesen Wochen wieder vermehrt Migranten in europäischen Gewässern an. dpa

/ ]UGANDA

Afrikanische Staaten setzen

M-23-Rebellen Ultimatum

Kampala - Die kongolesischen Rebellen der M23-Bewegung haben 48 Stunden Zeit, um sich aus der Provinzhauptstadt Goma zurückzuziehen, sonst droht ihnen das militärische Eingreifen einer Regionaltruppe. Dieses Ultimatum wurde am Samstag bei einem Treffen von mehreren Staats- und Regierungschefs sowie anderen hochrangigen Vertretern der Internationalen Konferenz der Großen Seen Afrikas in der ugandischen Hauptstadt Kampala festgesetzt. Die neuen Kämpfe zwischen der M23 und Regierungstruppen hatten vor rund einer Woche begonnen. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Die M23-Rebellen wollen das gesamte Land unter ihre Kontrolle bringen. Dem benachbarten Ruanda wird vorgeworfen, die Aufständischen zu unterstützen. Ruanda hat eine Verwicklung in den Konflikt stets zurückgewiesen. Die Bewegung leitet ihren Namen aus dem Friedensabkommen vom 23. März 2009 ab. Die Übereinkunft sah die Eingliederung der damaligen Rebellen in die kongolesischen Streitkräfte vor. Aus Sicht der Aufständischen hat die Regierung den Vertrag gebrochen. AFP

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