AUSSTELLUNG DER WOCHE„Identität und Indonesien“ : Religion aus Fast Food

Jakob Wais

Auf elf verschiedene Arten haben sich Künstler für die Ausstellung „ID – Contemporary Art Indonesia“ mit nationaler, individueller und kollektiver Identität und ihrer Entgrenzung befasst. ID steht für Identität genauso wie für Indonesien. Deutsche und indonesische Künstler zeigen Fotografien, Zeichnungen, Installationen und Videos. Dabei wird die Ausstellung von den Künstlern bis zur Finissage am 13. Februar 2011 kontinuierlich weiterentwickelt. Die Künstler definieren das Ich im Raum, zeichnen Geräusche, suchen Identität zwischen Tradition und Konsum und eröffnen einen kritischen Diskurs zur Frage der nationalstaatlichen Existenz. Dabei wollen die Veranstalter das Publikum nicht nur für zeitgenössische südostasiatische Kunst gewinnen, sondern die Grenze zwischen dem Eigenen und dem Anderen auflösen.

Schon eine Woche vor der Ausstellung begann die Performance „All in the Mind“ an mehreren Orten in Berlin. Vier Personen trugen dabei Vogelhaus-ähnliche Nachbildungen einer Synagoge, einer Moschee, einer Pagode und einer Kirche über dem Kopf. Wer sich eine der vier Weltreligionen Judentum, Islam, Buddhismus und Christentum überstülpt, sieht nur noch einen durch die Maske begrenzten Ausschnitt der Welt. Neben ihren aus Fast-Food-Verpackungen gefertigten Masken zeigen Sara Nuytemans und Arya Pandjalu eine Videodokumentation ihrer letzten Masken-Performance in Yogyakarta. Begleitet wird „ID – Contemporary Art Indonesia“ von Workshops, thematischen Führungen, einer Podiumsdiskussion und einem eigens zusammengestellten Kinoprogramm im fsk Kino Kreuzberg. Jakob Wais

Kunstraum Kreuzberg, bis So 13.2.,

täglich 12-19 Uhr, Eintritt frei

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