AUSSTELLUNG100 Jahre Max Frisch : Die Freunde von Friedenau

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Er war nie ein Fall für Spezialisten – er war immer ein Liebling des Publikums. Und so bietet eine Ausstellung über Max Frisch aus der Perspektive seiner Leser mindestens so viele Zugänge zu Leben und Werk wie aus dem Blickwinkel der reinen Literaturwissenschaft. Die vom Zürcher Museum Strauhof übernommene Schau, die zum 100. Geburtstag des Schriftstellers im vergangenen Mai entstand, versucht sich an einem Porträt des Schweizers aus dem Geist seiner Rezeption. Zu ihr gehört Bewunderung genauso wie hin und wieder Unverständnis – und eine auch nach den „Entwürfen zu einem dritten Tagebuch“ noch lange nicht abgeschlossenen Publikationsgeschichte.

Was die Akademie der Künste am Hanseatenweg zeigt, erweitert die multimedial aufbereiteten Dokumente zu seinen berühmtesten Romanen „Homo Faber“, „Stiller“ oder „Mein Name sei Gantenbein“ um ein Berliner Kapitel, zu dem auch die Freundschaften mit Günter Grass, Uwe Johnson und Christoph Meckel gehören. 1973 zog er mit seiner Frau Marianne in die Friedenauer Sarrazinstraße 8 und hielt sein Leben dort in einem „Berliner Journal“ fest, das zum ersten Mal in Auszügen gezeigt wird. Michael Mendl liest am Dienstag aus diesen und anderen Berliniensa. Die Akademie-Zeitschrift „Sinn und Form“ beleuchtet in ihrer jüngsten Ausgabe die freundschaftliche Korrespondenz zwischen Frisch und der in die USA emigrierten Verlegerin Helen Wolff, die vor allem ein Licht auf beider spätere Jahre wirft – eine wertvolle biografische Ergänzung. Gregor Dotzauer

Akademie der Künste Hanseatenweg, bis So 11.3., Di-So 11-20 Uhr; Lesung, Di 24.1., 20 Uhr,

jeweils 5/3 €

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