AUSSTELLUNGDas Historische Archiv Köln – Nach dem Einsturz : Aus dem Schlamm gerettet

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Der „Tag der Archive“ mag nicht der bekannteste der alljährlichen Kalendertage sein. In diesem Jahr aber gibt es Grund, ihn in Berlin zu würdigen, öffnet doch an diesem 6. März die Ausstellung des Historischen Stadtarchivs Köln im Martin-Gropius- Bau ihre Pforten. Es ist ein trauriger Anlass. Vor einem Jahr stürzte das gesamte Archivgebäude in die davor liegende U-Bahn-Baugrube. Der Schaden, soweit er sich in Geld beziffern lässt, summiert sich auf die unvorstellbare Zahl von einer Milliarde Euro. Vieles konnte, den anfänglichen Befürchtungen zum Trotz, aus der überfluteten Baugrube geborgen werden. Ob es aber auf Dauer gesichert werden kann, steht vielfach in den Sternen.

Mit der Berliner Ausstellung will das Archiv auf seine Lage aufmerksam machen, zugleich aber auch auf den außerordentlichen Einsatz, den Mitarbeiter und Helfer bei der Bergung gezeigt haben – es regnete tage- und wochenlang, und die Archivalien verklumpten mit dem Bauschlamm zu einer graubraunen Masse. Einiges davon wird nun im Gropius-Bau gezeigt.

Das Kölner Archiv, im Jahr 1406 von der stolzen Bürgerschaft begründet und mithin gut 600 Jahre alt, ist das bedeutendste kommunale Archiv nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas nördlich der Alpen. Bedenkt man die Rolle der Städte in der deutschen Geschichte – und Köln war lange Zeit die bevölkerungsstärkste Stadt des Alten Reiches –, wird deutlich, dass es sich hier nicht um ein lokales Archiv handelt, sondern um ein Quelle von nationaler Bedeutung. So sollte auch die Rettung dieser Bestände ein nationales Anliegen sein. Dafür wirbt die Berliner Ausstellung. Bernhard Schulz

Martin-Gropius-Bau, Sa 6.3. bis So 11.4.,

Mi-Mo 10-20 Uhr, 7 €, erm. 5 €

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