AUSSTELLUNGEN „Memory Traces. Kunst aus Finnland“ : Hoch aus dem Norden

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In den Neunzigern war Kunst aus Skandinavien schwer angesagt: Auf Biennalen und Großausstellungen tummelten sich Maler und Bildhauer aus dem Norden. Das hatte mit dem hervorragenden Ausbildungssystem, engagierten Museen und geschicktem Marketing zu tun, denn in jenen Jahren wurde der Austausch mit Kuratoren und Kritikern des Kontinents staatlich gefördert. Der Kunstbetrieb nahm prompt die Fährte auf, immer hungrig auf den nächsten Trend. Längst ist die Neugierde verflogen, von neuesten Entdeckungen in China, Mexiko, der Türkei verdrängt. Zurück bleibt das Wissen um exzellente Kunst aus Skandinavien.

Diese Kenntnis braucht jedoch dringend Auffrischung. Deshalb startet Finnland nun eine neue Offensive – und das sinnigerweise in Berlin, wo außerhalb Skandinaviens die meisten Künstler aus den nordischen Ländern leben. Unter dem Titel „Memory Traces. Zeitgenössische Kunst aus Finnland“ haben sich vier Ausstellungsorte zusammengeschlossen: das Finnland-Institut, die Galerien Maud Piquion und Kuma sowie die Brotfabrik. Die Brotfabrik zeigt Arbeiten der Videokünstler Jan Ijäs und Seppo Renvall, Fotografien von Jyrki Parantainen, die Galerie Maud Piquion Malerei von Mikko Ijäs und Kohlezeichnungen von Mika Karhu, die Kuma Galerie präsentiert die Bildhauerin Maija Helasvuo und die Medienkünstlerin Saara Ekström, das Finnland-Institut stellt die Malerinnen Minna Jatkola (Foto), Juha Sääski und Marianna Uutinen vor. Eine neue Generation wartet auf ihre Entdeckung. Nicola Kuhn

Finnland-Institut, Georgenstr. 24, Kuma Galerie, Novalisstr. 7, Maud Piquion & Partner, Brunnenstr. 38, Brotfabrik, Caligariplatz 1, Do 15.4. bis Sa 22. 5.

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