AUSSTELLUNG„La face cachée des mots“ : Neue Demokratie

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Die internationale Konferenz „Migration und Demokratie“ fand im Juni 2012 in dem Städtchen Dudelange in Luxemburg statt. Die Frage, wer Gesellschaftsmitglied ist und dementsprechend mitbestimmen darf, muss in Zeiten vielfältiger Migrationsbewegungen neu verhandelt werden. Das traditionelle Konzept, bei dem Staatsbürgerschaft den einzigen Zugang zu politischer Teilhabe darstellt, funktioniert jedenfalls oft nicht mehr, weil es Migranten ausschließt. Luxemburg ist für eine Diskussion über Migration ein passender Ort: Dort leben mehr als eine halbe Million Einwohner, von denen im Jahr 2011 über 43 Prozent Ausländer waren, der höchste Ausländeranteil in der EU. Viele davon sind allerdings Arbeitspendler aus den angrenzenden EU-Staaten, nur ein kleiner Anteil kommt aus Nicht-EU-Ländern.

Die Konferenz stellte unter anderem die Frage, auf welche Weise Partizipation verbessert werden kann. Nicht nur in Bezug auf die politische Partizipation, sondern auch in Bezug auf eine soziale und kulturelle Gleichstellung von Migranten. Der in Portugal geborene und in Luxemburg lebende Fotograf Paulo Lobo bat in diesem Kontext 27 Künstler, Rapper, Dichter und Drehbuchautoren um einen Kommentar. Er fotografierte sie in einem verlassenen Schwimmbad in Dudelange und bat sie außerdem, Texte, Gesten und Symbole in die Portraits zu integrieren. Die Sängerin Sascha Ley präsentiert sich etwa mit einer Text-Hommage an New York, der Stadt der Immigranten. Das Hip-Hop-Ensemble De Läb (Foto) posiert vor seiner Liedzeile „Wir wollen bleiben was wir sind! Aber was sind wir überhaupt!?!“. Gute Frage. Birgit Rieger

Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg,

bis So 17.2., Mi-So 12-18 Uhr, Eintritt frei

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