AUSSTELLUNGUrsula Biemann : Geschichten, die alle angehen

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Ursula Biemann ist ein Paradebeispiel für eine transdisziplinär arbeitende Künstlerin. Während viele das von sich behaupten, tut sie es wirklich: Sie macht Kunst, schreibt Bücher, kuratiert und forscht am Institut für Theorie an der Zürcher Hochschule der Künste. Die Ergebnisse ihrer künstlerischen „Feldforschung“ präsentiert sie nicht nur in Ausstellungsräumen, sondern auch bei Filmfestivals, im universitären Kontext oder in Aktivistenkreisen. Während die rechercheintensiven Videoessays der Schweizerin bei zahlreichen Biennalen gezeigt wurden, sind sie dem breiten Publikum noch unbekannt. Und wie schon häufiger, übernimmt es der n.b.k., so eine wegweisende, aber noch zu wenig bekannte Künstlerin wie Biemann in Berlin vorzustellen.

Drei Projekte werden präsentiert, darunter „Egyptian Chemistry“, eine raumfüllende Installation mit Wasserlabor und mehreren Videos, in denen es um die „hybride Ökologie Ägyptens“ geht, und um die Rolle, die der Nil dabei spielt. Wenn Ursula Biemann solche Zusammenhänge untersucht, arbeitet sie so, wie Journalisten vielleicht manchmal gerne arbeiten würden. Sie nutzt unterschiedlichste Quellen, „Feldforschung, Videoaufzeichnungen, Interviews mit Experten, Materialien aus Archiven, theoretische Texte“, in Ägypten hat sie sogar Wasserproben im Nil genommen; und auch wenn die Quellen sich widersprechen, als Künstlerin muss Biemann nichts vereinfachen oder zuspitzen. Ihre Kunst ist eine Antwort auf die Komplexität der globalen Welt, in der Ursachen und Wirkungen oft nicht eindeutig zu benennen sind. Mit Biemanns Methode glaubt man dennoch ein bisschen mehr zu begreifen. Birgit Rieger

n.b.k., bis So 28.4., Di-So 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, Eintritt frei

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