Zeitung Heute : Australische Klänge im Aquarium

Zwischen Fischen und Wasserpflanzen finden morgen Didgeridoo-Konzerte statt. Sie waren schon früher bei den Langen Shopping-Nächten ein Publikumsmagnet

Anke Sprenger

In ein Unterwasser-Märchenzelt soll sich in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag das Aquarium verwandeln. Am Sonnabend öffnet es bis 24 Uhr – dann wird den Besuchern zwischen schillernden Fischen und Wasserpflanzen ein australisch-lateinamerikanisches Klangerlebnis geboten: Hier findet ein Didgeridoo-Konzert mit Musikern aus aller Welt statt.

Seit sechs Jahren veranstaltet das Zoo-Aquarium Didgeridoo-Konzerte mit dem Duo „La Onda Mystica“. „Die Konzerte sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Veranstaltungs-Programms im Aquarium und haben eine richtige Fangemeinde“, erklärt Zoo-Direktor Jürgen Lange. Mit solchen Aktionen will er den Bekanntheitsgrad des Aquariums erhöhen und neue Besucher gewinnen.

Allein zu den Konzerten bei den Shopping-Nächten kamen in der Regel mehr als 800 Besucher. Damit ist Lange mehr als zufrieden. „Anschließend haben wir zahlreiche Anrufer, die wissen wollen, wann es das nächste Konzert geben wird.“

Der Name der Didgeridoo-Gruppe ist Programm: „La Onda Mystica“ heißt übersetzt „die mystische Welle“. In ihrer Musik verschmelzen die Klänge des Holzblasinstrumentes mit Rhythmuswelten aus Lateinamerika und Musikrichtungen wie Reggae, Rock oder Hip Hop. Die Künstler Aika aus Guatemala und Jensolo aus Berlin gründeten die Gruppe 1996. Als special guests werden am Sonnabend der Multipercussionist Nathan Radja aus Indien, Janik aus Kuba und Denra Dürr aus der Schweiz dabei sein. Denra Dürr spielt mit dem Musikinstrument der Ureinwohner Australiens Geschichten, die er den Besuchern auch erzählen wird.

Das Didgeridoo wird traditionell aus von Termiten ausgehöhlten Eukalyptusbaumstämmen hergestellt. Die äußere Form des Instrumentes erinnert an das Alphorn. Archäologen schätzen sein Alter auf 5000 bis 40 000 Jahre. Es zählt damit zu den ältesten Instrumenten der Welt. Die Aborigines spielten und spielen es zur Meditation und Heilung. Durch die Musik werden Geschichten und Mythen weitergegeben.

Veranstaltet wird das Konzert von der Agentur Tikal, für die der Abend die Auftaktveranstaltung für eine ganze Dreamtime- Reihe ist. Sie wird mit einem Didgeridoo-Festival im Juni in der Zitadelle Spandau ihren Höhepunkt haben.

Stattfinden soll die Veranstaltung diesmal im Landschaftsaquarium, das im September 2002 neu eröffnet wurde. „Vor der exotischen Kulisse ist das nicht nur ein akustisches, sondern auch ein optisches Erlebnis“, sagt Lange. „Kaum ein anderes Instrument ist wohl so gut geeignet, um vor den großen tropischen Aquarien Geschichten von Wind, Meer und Natur zu erzählen und den Zuhörer in Traumwelten zu versetzen.“ Der Eintritt beträgt elf Euro. Alle, die das Konzert nicht besuchen wollen, können auch in aller Muße die Fische, Krokodile, Frösche und Spinnen beobachten.

Auch kulinarisch wird der Abend im Zeichen Australiens stehen: Zu Preisen ab vier Euro gibt es Spezialitäten von Down Under – zum Beispiel Straußenragout oder Buschbrot. Damit dürfte der Genuss für die Sinne komplett sein.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Eintritt: elf Euro. Für die drei ersten Anrufer hat der Veranstalter heute unter Telefon: 35 13 58 22 je zwei kostenlose Eintrittskarten.

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