Zeitung Heute : Autos im Schlepptau der Straßenbahn

Der Tagesspiegel

Mitte. Neu sind die Planungen für eine Autostraße vor Rathauspassagen und Cubix-Kino am Alexanderplatz zwar nicht. Aber meist gingen sie in der Diskussion um die neue Straßenbahntrasse zum Roten Rathaus unter. Am kommenden Mittwoch nun wollen Vertreter von Bezirk und Senat die Öffentlichkeit über den aktuellen Planungsstand informieren.

Während über die Verlängerung der Bahn bis an die Ecke Rathausstraße / Jüdenstraße Eintracht zwischen Bezirk und Senat herrscht, stoßen die Pläne der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum autogerechten Ausbau der jetzigen Fußgängerzone in Rathaus- und Gontardstraße in Mitte auf Ablehnung. „Was brauchen wir da eine Straße, die ins Nichts führt?“, heißt es aus dem Stadtplanungsamt. Die Grünen fürchten einen neuen Schleichweg, der Autos von der Grunerstraße auf den Alexanderplatz ziehen und die Fußgänger von dort vertreiben könnte.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD im Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, versicherte gestern, „dass da niemand eine Durchgangsstraße will.“ Es gehe nur um die bessere Erreichbarkeit des geplanten C&A- Neubaus und der umgestalteten Rathauspassagen für Lieferfahrzeuge. Ob der Durchgangsverkehr mittels Verbotsschildern oder einer Einbahnstraßenregelung fern gehalten werden solle, sei noch offen. Der Zeitpunkt sei jedenfalls günstig, weil die Promenade für die Bahntrasse ohnehin aufgerissen werden muss. Laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung soll zwischen den Rathauspassagen und der Fahrbahn ein 21 Meter breiter Gehweg erhalten beiben. In einer Pressemitteilung ist allerdings von einer „Erreichbarkeit der Geschäfte mit dem Pkw durch die Rathausstraße“ die Rede – ganz ausgereift scheinen die Pläne also noch nicht zu sein. Allerdings zerstreut Gaebler die Hoffnung von Mittes Stadtentwicklungsstadträtin Dorothee Dubrau (Grüne), dass der Ausbau sich wegen Geldmangels von selbst erledigen könnte: Berlin müsse nur maximal ein Viertel zur Finanzierung beisteuern, der Rest komme vom Bund.

„Aus Sicht der Wohnungsmieter ist an der Straße gar nichts Positives“, sagte Markus Fischer von der Firma IHZ, die die 360 Wohnungen über den Rathauspassagen vermietet. Stefan Jacobs

Informationsveranstaltung am 6. März im Raum 338 des Roten Rathauses. Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.

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