Zeitung Heute : Banken beteiligen sich an Athen-Hilfe Deutsche Geldinstitute verlängern Kredite

Berlin - Die deutschen Banken wollen sich freiwillig an dem milliardenschweren Rettungspaket für Griechenland beteiligen. Das erklärten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatte sich der Finanzminister mit Vertretern der Finanzbranche getroffen.

Eigenen Angaben zufolge halten die deutschen Banken und Versicherungen griechische Staatsanleihen in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro. Ein Teil davon läuft bis 2014 aus. Diese Kredite, rund zwei Milliarden Euro, werden die Institute nun verlängern, sagte Schäuble. Weitere 1,2 Milliarden sollen die Abwicklungsanstalten beitragen, in die Banken wie die Hypo Real Estate und die West LB ihre Griechenland-Anleihen abgeschoben haben. Für diese Risiken haftet letztlich der Steuerzahler.

Die Details der Beteiligung standen am Donnerstag noch nicht fest. Ackermann sagte, Grundlage für weitere Verhandlungen sei das Modell, das die französischen Banken mit ihrer Regierung vereinbart hätten. Danach sollen die Gläubiger, wenn Anleihen auslaufen, neue Schuldtitel kaufen und gleichzeitig Geld in einen Sicherungsfonds einzahlen.

Schäuble sagte, man arbeite an einer Einigung bis zum kommenden Sonntag. Dann treffen sich die Euro-Finanzminister, um die Eckpunkte für das zweite Rettungspaket für Griechenland zu beschließen. Man brauche eine „verlässliche Perspektive“, damit Griechenland die nächste Rate aus dem bereits laufenden Kreditpaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds erhalten könne, sagte Schäuble.

Unterdessen hat das griechische Parlament die umstrittenen Sparmaßnahmen der Regierung endgültig verabschiedet. Von den 300 Abgeordneten billigten am Donnerstag 155 Parlamentarier die entsprechenden Ausführungsgesetze. Das Parlament hatte die Sparmaßnahmen am Vortag bereits als Gesamtpaket verabschiedet. Auch dies war eine Bedingung für die Auszahlung des Geldes. mirs

Seite 17 und Meinungsseite

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar