Zeitung Heute : Banken verlangen wieder Gebühren

Die Banken sind vorsichtiger bei der Vergabe von Darlehen an Häuslebauer. Während sie noch vor wenigen Monaten Hypotheken-Kredite oft ohne Vorlage eines Gutachtens über den Wert der beliehenen Immobilie gewährten, verlangen sie nun immer häufiger eine Stellungnahme von Sachverständigen. Dies sagte Max Herbst im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie der Finanzierungsexperte weiter mitteilte, verlangten die Geldhäuser nun auch mehr Eigenkapital von Immobilien-Käufern. Reichten sie zuvor 100 Prozent des Kaufpreises als Kredit heraus - und finanzierten teilweise sogar Nebenkosten -, seien es nun selten mehr als 70 bis 80 Prozent. Einige Banken erheben die Schätzgebühr erst von einer bestimmte Kreditsumme an: ab 25 000 oder 500 000 Euro. Die Kosten sind unterschiedlich hoch. Die Hypo-Vereinsbank verlangt 250 Euro für die Immobilien-Bewertung. Bei der Quelle Bausparkasse beträgt die Gebühr maximal 1000 Euro. Für den Kreditnehmer bedeuten Schätzgebühren echte Mehrkosten, da diese nicht Teil des Effektivzinses sind.

In den vergangenen Tagen hat sich Herbst zufolge der Preis des Baugeldes geringfügig verringert. Dabei handle es sich jedoch nur um die Korrektur der Entwicklung aus dem Ende des vergangenen Jahres. Hatte der durchschnittliche Zinssatz für Hypothekarkredite Mitte November noch bei einem Effektivzins von 5,27 Prozent für zehn Jahre feste Konditionen gelegen, war er bis Ende Januar auf 5,74 Prozent geklettert.

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