Zeitung Heute : Bau dir deinen Film!

"Frogs for Snakes": Morde unter New Yorker Schauspielern"Originell unoriginell" nennt Regisseur Amos Poe seinen Film.Was Alain Resnais in "On connaît la chanson" mit dem französischen Liedgut getan hat, das macht Poe mit amerikanischen Filmen.Er sampelt sich einen Film aus Fertigteilen zusammen.Im Gegensatz zu seinem französischen Kollegen allerdings arbeitet Poe nicht technisch, etwa mit ausgestanzten Filmclips, sondern er bastelt sich seine trashige Killergeschichte aus Bausteinen - Dialogen und Szenen der Filmgeschichte - zurecht."Frogs for Snakes" spielt unter den Schauspielern eines New Yorker Off-Broadway-Theaters und Eleven, die die Zeit zwischen den Schauspielklassen damit rumbringen, daß sie sich gegenseitig Rollen aufsagen, und bereit sind, für die Rolle des Teach in "American Buffalo" auch mal über eine Leiche zu gehen.Ein Gemetzel hebt an, an dessen Ende eine einsame Frau am Meer zurückbleibt. "Frogs for Snakes" ist gewalttätig, bösartig und gemein, aber längst nicht so komisch, wie er sein könnte.Schließlich sind Dialoge nicht unbedingt der aufregendste Part im Kino, auch wenn sie mit viel Blut dazwischen angerichtet sind.Irgendwie fehlt der zündende Funke Genie, der aus einem auf Spielfilmformat aufgeblasenen Szenen-In-Joke ein sprühendes Feuerwerk macht.Und fundierte Kinokentnisse sollte man schon mitbringen. S.H. Heute 12.30 Uhr (Arsenal), 19.00 Uhr (Zeughaus), morgen 22.15 Uhr (Akademie der Künste)

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben