Zeitung Heute : Beate Zschäpe Manfred Götzl Ismail Yozgat Brigitte Böhnhardt und Siegfried Mundlos Michèle Kiesewetter

Seit dem Prozessauftakt am 6. Mai 2013 schweigt die Hauptangeklagte vor Gericht eisern – obwohl sie mit ihren Anwälten munter plaudert.

Ihr Gesicht bleibt bei dem, was um sie herum vorgeht, zumeist unbewegt.

Der 60-jährige Vorsitzende Richter spult den Prozess mit einer Präzision und so lehrbuchhaft ab, dass die Beobachter immer wieder staunen – mitunter auch seufzen: Denn diese Genauigkeit kostet Zeit und erfordert Aufmerksamkeit.

Bewegender Auftritt und Anklage zugleich. Am 1. Oktober 2013 sagte der Zeuge: „Ich bin Ismail Yozgat, der Vater des 21-jährigen Halit Yozgat, des Märtyrers, der am 6. April 2006 durch zwei Schüsse erschossen wurde und in meinen Armen gestorben ist.“

Als Zeugen traten sie vor das Gericht und waren doch in erster Linie Mutter und Vater der Täter, die vermutlich zehn Morde auf dem Gewissen haben. Sie verteidigten ihre Söhne und klagten, mit Trotz in der Stimme, die Behörden und die Gesellschaft an.

Im Januar befasst sich das Gericht mit dem wohl rätselhaftesten Anschlag des NSU-Trios: dem Attentat auf eine Polizeistreife in Heilbronn. Die Beamtin Michèle Kiesewetter starb, ihr Kollege, der schwer verletzt überlebte, tritt als Zeuge auf.

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