Zeitung Heute : Bei den Fans der "Goldköpfchen" gibt es graue Haare

PARIS .Die "Goldköpfe" von Rumänien denken an "goldige Zeiten".Mit dem Einzug ins WM-Achtelfinale gegen Kroatien spekulieren sie schon mit einem Vergleich in der Runde der letzten Acht gegen Deutschland."Das wäre wirklich ein Traum, wenn das eintreffen würde", schwärmte der für den Bundesliga-Absteiger 1.FC Köln spielende Dorinel Munteanu.Dann fügte er ironisch lächelnd hinzu: "Hauptsache ist dabei aber, daß sich auch die Deutschen für das WM-Viertelfinale qualfizieren." Für die Rumänen war das 1:1 im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Tunesien nur die Pflichterfüllung zum Gruppensieg vor England.

Dieses Ziel hatten sie mit einer Wette verbunden.Trainer Anghel Iordanescu wollte sich beim Einzug in die nächste Runde eine Glatze schneiden lassen, die Spieler sollten sich dafür die Haare in einer Landesfarbe färben.Sie entschieden sich für "goldgelb" und ernteten überall Aufsehen.Der Coach aber schämte sich.Nach dem Verlust seiner Haarpracht erschien er in der Öffentlichkeit stets nur mit Kappe.Sollten die Rumänen gar das Halbfinale erreichen, dann bahnt sich ein weiterer "Glatzkopf" in der Equipe an.Präsident Mirca Sandu hat in diesem Fall der Mannschaft ebenfalls den "Kahlschnitt" angekündigt.Die "blondeste Mannschaft" Europas hat in Rumänien aber nicht nur Begeisterung ausgelöst."Das Outfit war peinlich wie das Spiel in der ersten Halbzeit", titelte die Zeitung "Sportul".

Die Tunesier nahmen das Ausscheiden leicht.Das Unentschieden gegen den Staffelfavoriten werteten sie als Erfolg."Wir haben gegen die Stärksten einen Punkt geholt", sagte Interimscoach Ali Selmi erfreut.Der Nachfolger des entlassenen Henri Kasperczak räumt aber ebenfalls seinen Posten.

Die Rumänen mußten gegen Tunesien erst ihre Anfangsformation korrigieren, ehe sie den 0:1-Rückstand von Skander Souayah (10./Foulelfmeter) durch den eingewechselten Viorel Moldovan (72.) in ihrem 30.WM-Spiel mit dem 20.WM-Tor egalisieren konnten.Trainer Iordanescu hatte geglaubt, mit seinen Ersatzspielern zum Erfolg zu kommen.Doch erst das verspätet ins Spiel geschickte Stammpersonal (einige sollten ursprünglich wegen der Vorbelastung mit gelben Karten geschont werden) schaffte den Umschwung."Das wir anfangs schlecht gespielt haben, nehme ich auf meine Kappe.Es war mein Fehler", entschuldigte sich der Coach.

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