BELEIDIGUNG DES ISLAM : Strafe für Schauspieler

Während sich die lokalen ägyptischen Medien derzeit auf die Straßenkämpfe in Kairo konzentrierten, blieb eine kleine Meldung fast unbemerkt. Adel Imam (71), der berühmteste Filmschauspieler Ägyptens, wurde von einem Gericht in erster Instanz zu drei Monaten Haft verurteilt, weil er in einem Film und in einem seiner alten Theaterstücke angeblich den Islam beleidigt hatte. Dabei hatte sich der Komödiant darin gar nicht über die

Religion an sich lustig gemacht. Vielmehr galt sein Spott den radikalen Islamisten mit den langen Bärten, die Alkohol und Bikinis verbieten wollen. Was Imam damals nicht ahnte, war, dass diese Islamisten eines Tages ins Parlament einziehen würden, wo sie aktuell 24 Prozent der Sitze belegen. Einen anderen Beleg für religiöse Weltfremdheit lieferte am Freitag die saudische Religionspolizei. Sie verbreitete über den Kurznachrichtendienst Twitter folgende Nachricht über die Ursache der Tragödie im Fußballstadion in Port Said: „Was

in Port Said passierte

nach dem Fußballspiel,

ist eine Strafe von Gott

für die Spieler, weil sie

ihre Blöße nicht bedeckt haben (kurze Hosen

trugen).“ dpa

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