Zeitung Heute : BERLIN-DOKU

Der Adel vom Görli

Martin Schwarzbeck

Der Görlitzer Park ist ein Refugium für spannende Charaktere. Sie spielen mit Feuerstäben, Frisbee oder sogar Golf. So wie Burnie, Halbglatze mit Kranz aus Dreadlocks. Oder sie machen Musik, mit der Gitarre auf dem Skateboard oder mit dem Laptop. Sie singen über den Görli, und sie preisen ihn auch in den Interviews dieses Films in den höchsten Tönen. Ein Stück Freiheit sei der Park – eine gelebte Utopie. Eine recht abhängige Utopie, denn hier lebt der Großteil von Hartz IV. Es sind liebevolle Porträts, aber es wirkt redundant, dabei zuzusehen, wie sich Arbeitslose und Touristen die Zeit vertreiben. Die gelebte Utopie, die der Regisseur zeigen will, ist nur bruchstückhaft zu erkennen. Die Solidarität erschöpft sich oft in einer Bierspende. Dass Menschen mit viel Freizeit auch Schönes produzieren können, kann man sich auch vor Ort anschauen. Redundant. Martin Schwarzbeck

D 2009, 70 Min.,

R: Volker Meyer-Dabisch

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