Zeitung Heute : Berlin im Netz - eine Baustelle

CAY DOBBERKE

Auch eine gute Woche nach dem Start präsentierte sich das Stadtinformationssystem " berlin.de " am Donnerstag noch als virtuelle Großbaustelle.Vor allem Informationen über Berlins Bezirke und aktuelle Nachrichten waren größtenteils nicht vorhanden.Im Vergleich zur Vorwoche, als ein Absturz des Zentralrechners das System fast völlig lahmgelegt hatte, gibt es mittlerweile aber deutlich mehr zu sehen.Wie berichtet, entstand "berlin.de" als "public private partnership" zwischen der Senatskanzlei und dem Betreiber Primus-Online Berlin-Brandenburg, hinter dem Debis, Metro und Berliner Volksbank stehen.

Problemlos gelang es im Tagesspiegel-Test, sich kostenlos als Benutzer anzumelden, eine E-Mail-Adresse (nach dem Schema:Vorname.Nachname@berlin.de) und eine Homepage einzurichten.Für die E-Mail gibt es allerdings keinen speziellen Menüpunkt.Der Nutzer muß auf Mail-Programme oder entsprechende Funktionen im Internet-Browser zurückgreifen.Der öffentliche "Chat" funktionierte reibungslos.

Komplett abrufbar sind inzwischen auch die Informationen des Berliner Senats, seit gestern einschließlich des aktuellen Landespressedienstes.Auch das vielleicht wichtigste Angebot, der "Tourist Guide" erwies sich als funktionstüchtig, die Informationen - mit Ausnahme einer einzigen Seite - waren aber leider nur auf deutsch abrufbar.Laut Sascha Korp, Marketingchef von Primus-Online, soll es den Touristenführer bald auch auf Englisch und Französisch geben, allerdings "nicht vor Anfang des Jahres".

Ein paar der verbleibenden Lücken sollten nach Angaben von Marketingchef Korp im Laufe des Donnerstag geschlossen werden.Dazu gehören auch die von Tagesspiegel und "Inforadio" zugelieferten Nachrichten.In der Rubrik "Infobox / News" standen gestern noch Nachrichten vom 9.Dezember.Primus-Online hatte die Aktualisierung wegen technischer Probleme gestoppt, will sie heute aber wieder aufnehmen.Zusätzlich gibt es einen Börsen-Ticker.Wer sich über die Berliner Bezirke informieren wollte, fand am Donnerstag oft nicht mehr als ein paar Ämteradressen.Ebenso unvollständig war der bezirksübergreifende "Verwaltungsführer".Die fehlenden Seiten will Primus-Online bis zum Wochenende verfügbar machen.Dann sollen endlich alle Bezirke unter der direkten Netzadresse erreichbar sein, die inzwischen auch die Briefbögen der Behörden ziert - wie etwa "www.berlin.de/wilmersdorf".Bisher landete man nach einer solchen Eingabe regelmäßig im digitalen Nirwana.

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