Zeitung Heute : Berlin und Hamburg wollen gemeinsam Stärke zeigen

Wolf-Rüdiger Neurath

Berlin und Hamburg steigen auf das Medientandem. Die Medienwirtschaft in den beiden norddeutschen Metropolen will ihre Kräfte, Ressourcen und Potenziale bündeln, um sich im Vergleich zu den Medienregionen in West- und Süddeutschland "noch besser positionieren und profilieren" zu können, wie Repräsentanten der Industrie- und Handelskammern beider Städte am Freitag in Berlin bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung im Medienbereich betonten. Gemeinsame Plattform im Internet ist www.medientandem.de .

Zur Logik der Zusammenarbeit gehört, dass bei den knappen öffentlichen Ressourcen nicht parallel nebeneinander identische Angebote aufgebaut werden müssen. Richtig aufeinander abgestimmte Aktivitäten können sich effektiv ergänzen und dadurch ein vielfältigeres Angebot entstehen lassen als in anderen Regionen. Verleger und Präsidiumsmitglied der Berliner IHK, Dieter Beuermann, sagte: "Hamburg und Berlin sind räumlich nahe genug beieinander, dass es sich lohnt, für besondere Informations- und Qualifizierungsangebote auch einmal in die andere Stadt zu fahren." Gerade mit Blick auf junge Medienunternehmer läßt sich eine Vielzahl von Informations- und Beratungsangeboten denken, die nicht gleichzeitig in beiden Städten vorgehalten werden müssen.

Manchmal reicht es schon, die Zielgruppen in der jeweils anderen Stadt über bestimmte Aktivitäten vor Ort zu informieren. Das Medientandem will der Branche in beiden Städten auch dabei helfen, sich international besser zu positionieren. Noch in diesem Jahr soll über einen gemeinsamen Medienkongress beraten werden, der abwechselnd in Berlin und Hamburg veranstaltet werden soll.

Auch die Bevölkerung will das Medientandem auf dem Weg in die multimediale Zukunft mitnehmen. Dazu werden in beiden Städten Show-Rooms aufgebaut, wie der Geschäftsführende Gesellschafter der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends, Thomas Heilmann, ankündigte. Dort werden die modernsten Medien- und Informationstechnologien präsentiert und erfahrbar gemacht. Zugleich soll das Interesse an den neuen Medienberufen geweckt werden. Schließlich gibt es in beiden Städten insgesamt 10 000 offene Stellen in diesem Bereich. Flankiert wird die Initiative der Medienwirtschaft inzwischen auch von staatlicher Seite. Die Landesmedienanstalten Hamburgs und Berlin-Brandenburgs haben sich kürzlich mit Vertretern der Medienpolitik, der Filmförderung und der öffentlichen Verwaltung über mehr Zusammenarbeit ausgetauscht.

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