Zeitung Heute : Berliner Chronik: 13. Februar 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir

Vor 25 Jahren berichteten wir Die gespannte Situation um rechtsradikale Äußerungen von Schülern und angeblich auch Lehrern des Wilmersdorfer Rathenau-Gymnasiums hat jetzt weitere Wellen geschlagen. Vor einigen Tagen erhielten zwei Schüler einer 10. Klasse durch die Klassenkonferenz einen Verweis; der eine, weil er "unbewiesene Behauptungen weitergegeben", der andere, weil er "fahrlässig behauptet (habe), daß ein Schüler beim Abgang vom Barren den NS-Gruß erwiesen" habe. Über den Verweis haben sich nach Auskunft des Wilmersdorfer Schulamtes wiederum die Eltern der Schüler beschwert, da die beiden doch nur das Kollegium entsprechend dessen Bitte bei der Bekämpfung rechtsradikaler Tendenzen unterstützt hätten. Hinter diesem jüngsten Konflikt steht nach Aussage des zuständigen Schulrats Dr. Knobelsdorf die Tatsache, daß sich die Schüler seit den zugegebenen rechtsradikalen Vorgängen vom vorigen Jahr gegenseitig beobachteten. Dies habe dann zur Registrierung beispielsweise davon geführt, daß ein an die Tafel gemaltes Fensterkreuz wie ein Hakenkreuz aussähe, oder daß ein Schüler nach dem Abgang vom Barren den rechten Arm gehoben habe, was nach schulamtlicher Untersuchung aber geschah, um die Balance wiederzugewinnen.

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