Zeitung Heute : Berliner Tagung zum Internet an Schulen

HOLGER SCHLÖSSER

Chancen und Risiken erörtertVon HOLGER SCHLÖSSERDie wenigsten Lehrer sind Technikfreaks.Trotzdem gehören mittlerweile Tätigkeiten zu ihrem Alltag, die bis vor kurzem noch in die Domäne von Informatiklehrern gehörten.Neben Kenntnissen im Umgang mit dem Computer wird zunehmend das Internet zum Thema, das kaum mehr aus einem Unterrichtsfach wegzudenken ist.Nicht erstaunlich also, daß der Kinosaal der Landesbildstelle Berlin am Mittwoch aus allen Nähten platzte.Die Institution hatte zur Tagung "Schulen ans Netz ­ Ergebnisse, Erfahrungen und PerspektivenÒ geladen.In Vorträgen und Workshops bot sich Lehrern die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die technische und rechtliche Seite des globalen Netzes informieren zu lassen. Frerk Meyer von der Humboldt-Universität Berlin stellte den Chancen des Internets auch die Risiken gegenüber.Zwar könnten Lehrer und Schüler übers Internet auch außerhalb der Schule vernetzt werden, so daß etwa Hausarbeiten und Übungen bequem herunterzuladen sind.Auf der anderen Seite stellten Hacker eine große Gefahr für die Webserver der Schulen dar.Sie könnten in die Rechner der Schule einbrechen und die vorhandenen Daten beschädigen.Schutz vor solchen Angriffen böten sogenannte "FirewallsÒ, Computersysteme, die sämtliche Aktivitäten überwachen und gegebenenfalls unterbinden können.Das Problem: diese Systeme vereitelten zwar Angriffe von außen, doch vor Hackern innerhalb der Schule gäbe es noch keinen Schutz.Hier käme es nach wie vor auf die Aufsichtspflicht der Lehrer an. Diese Pflicht hob auch der Berliner Datenschutzbeauftragte Hansjürgen Garska in seinem Vortrag hervor.Das Internet sei entgegen einer weitverbreiteten Auffassung kein rechtsfreier Raum."Offline-Recht gleich Online-RechtÒ, brachte es Garska auf den Punkt.Eine Schule hafte zwar nur für die Inhalte ihres Online-Angebots, von denen sie Kenntnis hat.Doch gleichzeitig sind sie verpflichtet, die Online-Aktivitäten in ihrem Haus zu beobachten."An den Schulen wird sich niemand herausreden können, von strafbaren Inhalten nichts gewußt zu habenÒ, so Garska.Selbst das Anschauen etwa von Kinderpornographie über einen Schulaccount hätte strafrechtliche Konsequenzen. Ein wenig beachtetes Problem sei die Verwendungen fremder Texte auf der eigenen Homepage."Grundsätzlich unterliegen alle Texte dem Urheberrecht.Ò Zwar sei damit das Recht der Verwertung nicht unbedingt betroffen.Auf Nummer sicher ginge jedoch, wer einen Text mit korrekter Quellenangabe zitierte.

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