Zeitung Heute : Berliner trotzen den Streiks

Berlin - Streiks im Nahverkehr und im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag in Berlin den zweiten Tag in Folge für Behinderungen gesorgt. Obwohl Busse, U-Bahnen und Trams der BVG wieder in den Depots blieben, gab es erneut kein Chaos. Nach Schätzungen benutzten rund zwei Millionen Fahrgäste die S-Bahn, etwa 500 000 mehr als an normalen Werktagen. Im Berufsverkehr kam es dabei zu Verspätungen von maximal zehn Minuten. Die BVG setzte 110 Busse von Privatfirmen ein, die tagsüber durchweg überfüllt waren. Der Autoverkehr auf den Straßen war dicht und von vielen Staus behindert, verlief aber nicht so zäh wie am ersten Streiktag. In der Stadt waren trotz winterlicher Temperaturen deutlich mehr Radfahrer als sonst unterwegs. Der Streik wird auch am heutigen Freitag fortgesetzt.

Unklar ist, ob sich die Lage ab Montag noch deutlich verschärft, sollte die Gewerkschaft der Lokführer GDL ihre Mitglieder zum Streik aufrufen. Davon wäre dann auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr in Berlin betroffen. Die Deutsche Bahn hofft im Tarifstreit noch auf ein Einlenken der GDL. Die Bahn werde vorerst nicht die Gerichte anrufen, um den ab Montag angekündigten Streik zu verhindern, sagte Personalvorstand Margret Suckale am Donnerstag. „Wir wollen uns mit der GDL einigen“, betonte sie. Über den Rechtsweg werde die Bahn nachdenken, wenn wirklich gestreikt werde.

Vor der letzten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst, die seit Donnerstag bis Freitag in Potsdam stattfindet, zeichnete sich trotz massiver Warnstreiks keine Einigung ab. Vor allem in Süddeutschland gingen nach Verdi-Angaben 80 000 Beschäftigte auf die Straße. Tsp

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