Zeitung Heute : Berlins neues Schaufenster steht im Netz

KURT SAGATZ

Internet World eršffnet / Branoner: Hauptstadt will KrŠfte fŸr Informationsgesellschaft bŸndeln VON KURT SAGATZÐBerlin hat eine neue WerbeflŠche: Das Internet.Wie dieses Medium sinnvoll und effektiv genutzt wird, erfŠhrt das interessierte Fachpublikum seit Dienstag auf der Internet World Berlin, die noch bis Donnerstag in den Messehallen unterm Funkturm ihre Premiere in Deutschland feiert.Bei der Internet World handelt es sich um den deutschen Ableger der inzwischen weit Ÿber 20 weltweiten Veranstaltungen dieser Art, die von der US-Firma Mecklermedia initiiert wurden.Auf der Internet World Berlin stellen rund 140 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Internet und Multimedia vor.Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 15 000 Fachbesucher.
Die Messe, die von einem zweitŠgigen Fachkongre§ begleitet wird, fungiert dabei nicht zuletzt als Schaufenster zur Darstellung der Berliner Kompetenz in diesen noch jungen MŠrkten.Zahlreiche Firmen wie Aktivmedia, Artfish Internet Advertainment, H/S/D, Interactive Networx, Mediacube oder Silicon Studios sind auf der Messe vertreten.Zudem nutzen diverse Berliner Verlage die Veranstaltung, um auf ihre Online-AktivitŠten aufmerksam zu machen.Neben den lokalen Anbietern sind auf der Messe aber auch zahlreiche Branchengrš§en wie die Deutsche Telekom, IBM, Toshiba, Philips oder Sony vertreten, die Ÿber neueste Trends bei Internet- und Intranet-Technologien informieren.
Um die Entwicklung in Berlin zu bŸndeln und weiter voranzutreiben, soll bis zum Sommer vom Senat eine Konzeption "Der Berliner Weg in die InformationsgesellschaftÒ erstellt werden, teilte WirtschaftsstaatsekretŠr Wolfgang Branoner auf dem Eršffnungsrundgang vor Pressevertretern mit.Ziel der Konzeption soll es sein, Leitlinien fŸr Politik, Wirtschaft und Verwaltung vorzugeben.
Die Berliner Premiere der Messe wertete Branoner als Beweis fŸr die AttraktivitŠt der Hauptstadt als Standort fŸr die Telekommunikationsbranche."Multimedia- und Telekommunikationsfirmen, Online-Dienstleister, Datenverarbeitungs- und Softwareunternehmen finden in Berlin optimale Standortbedingungen wie qualifizierte Mitarbeiter, flexibel Arbeitszeitregelungen und eine moderne KommunikationsinfrastrukturÒ, so der WirtschaftsstaatssekretŠr.Branoner bemŠngelte jedoch, da§ die gro§e Zahl von Projekten und AktivitŠten auf diesen Feldern in Berlin oft nicht miteinander verzahnt sind.Dadurch seien bereits mehrfach Chancen fŸr Pilotprojekte mit Ÿberregionalem Demonstrationscharakter vertan worden.
Auf die Bedeutung des Internets fŸr die Wirtschaft ging zur Eršffnung des Kongresses Steve Kirsch, Chef der amerikanischen Internet-Firma Infoseek ein.Demnach nutzen in den USA bereits 80 Prozent der grš§ten Unternehmen des Landes aktiv die Mšglichkeiten der Computervernetzung via Internet.In Deutschland seien es bereits 60 Prozent der 500 grš§ten deutschen Firmen, so Kirsch.Gleichwohl warnte der Unternehmer vor Ÿberzogenen Erwartungen.Im Jahr 2000 wŸrden es gerade einmal 2000 Web-Sites schaffen, genŸgend Besucher anzuziehen, um damit Werbeeinnahmen Ÿber eine Million Dollar zu erzielen.Auch sei es unmšglich, da§ das Netz im bisherigen Tempo weiterwachse.So sei die Zahl der Internet-Server von 1000 mit Jahr 1994 auf rund eine Million heute gewachsen.WŸrde das Tempo anhalten, gŠbe es zur Jahrtausendwende 100 Millionen Server, doch "wer soll die alle betreiben?Ò fragte Kirsch.

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