Zeitung Heute : Berufsalltag? Dann lieber erst das Abi machen

REBECCA SCHWARZ GUSTAV-HEINEMANN-GESAMTSCHULE

Zehn Jahre Schule, zehn Jahre mit seinen Freunden, Lieblingslehrern und dem ganz normalen Schulalltag.Und dann, ganz plötzlich, kommt die große Trennung.Dabei ist man doch gerade erst fünfzehn oder sechzehn Jahre alt! Man wird aus dem behüteten Bereich Schule in das bedrohliche Meer des Berufslebens gestoßen, und damit man dort nicht untergeht, braucht man schon einen dicken Rettungsring.

Bis zu sechzig Bewerbungen für den späteren Beruf sind mittlerweile der Normalfall.Oft sind die Auswahlkriterien für ein bestimmtes Metier auf ein Minimum gesunken.Das Motto: "Egal welcher Beruf, erst mal schreiben." Die Träume von einst wie Tierärztin oder Bankkauffrau zählen nicht mehr.Auch wenn die Zensuren stimmen, bekommen viele nicht einmal eine Antwort zurück.

Derjenige, der es dann doch geschafft hat, einen halbwegs normalen Beruf ergreifen zu können, kann sich wirklich glücklich schätzen.Wenn ich dann höre, daß mein kleiner Bruder in der 6.Klasse meckert, daß er so viel ausmalen muß, dann tut er mir richtig leid, so naiv und unschuldig! Es heißt: "Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens".Ich glaube, der richtige Ernst beginnt erst im Berufsleben.Zum Glück wartet dieser Abschlußfrust hoffentlich noch drei Jahre auf mich, denn ich versuche, das Abitur zu machen, schon deshalb, um mich noch nicht dem Berufsalltag stellen zu müssen.

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