Zeitung Heute : Berufskleidung: Rund drei Millionen Menschen tragen sie täglich

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Die Anbieter von Mietberufsbekleidungen bezeichnen sich gerne als "Dienstleister mit textilem Fullservice". Ihre Kunden können alles rund um die Bekleidung ihrer Mitarbeiter an die Profis "outsourcen": Auswahl und Zusammenstellung der einzelnen Bekleidungsteile in Firmenfarben und mit Logo, Lieferung und Wechsel der verschmutzten Kleidung sowie Reparatur oder Ersatz beschädigter Stücke. Vorteil für den Betrieb: Die Kosten werden aus den laufenden Erträgen beglichen und sind steuerlich voll absetzbar. Ausgefeilte Technik sorgt dafür, dass beim Waschen Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen. Ein delikates Detail, das die meisten Menschen gar nicht kennen: Viele Kleidungsstücke dürfen nicht in die häuslichen Waschmaschinen. So sehen es die Hygienerichtlinien bestimmter Berufsgruppen vor. Der Kittel aus dem chemischen Forschungslabor etwa gehört ebenso in die Sonderbehandlung, wie der von Ölen beschmierte Blaumann des Schlossers oder der durch Lacke und Lösungsmittel versaute Anzug des Lackierers.

Rund drei Millionen Menschen tragen in Deutschland täglich Berufskleidung. Das macht einen riesigen Berg verschmutzter Wäsche aus, der da regelmäßig zusammenkommt - und in vielen Fällen noch immer durch die private Maschine geschleudert wird. Dabei waschen die Mietbekleidungsprofis wesentlich umweltfreundlicher. Rechtliche Vorgaben schreiben den Großwäschereien beispielsweise eine Minimierung von Schadstoffen im Abwasser vor. "Dadurch, dass Wäschereien üblicherweise das Brauchwasser enthärten, können erhebliche Waschmittelmengen gespart werden", weiß Stefan Schulz, Inhaber einer spezialisierten Wäscherei-Filialkette im rheinischen Siegburg. Die verwendeten Waschmittel müssen biologisch abbaubar sein. Waschprofi Schulz: "Im privaten Haushalt werden rund 35 Liter pro Kilogramm Wäsche verbraucht. Eine professionelle Wäscherei kommt mit zwölf bis 15 Litern aus." Hightech-Filter und Kläranlagen sorgten außerdem dafür, dass Feststoffrückstände und Schlämme gesammelt und auf Sondermülldeponien umweltgerecht entsorgt werden. Schulz: "Das sind Leistungen, die der Privathaushalt nie erbringen kann." Nehme man auch noch die finanziellen Vorteile eines Leasing-Vertrages für betriebliche Kleidung hinzu, sollte das Thema einem modernen Unternehmen alles andere sein als "Jacke wie Hose."

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