BESETZUNGSzettel : Der Poet und sein Pianist

Ulrich Amling weiß, wie man Brendel verabschiedet

Ulrich Amling

Alle wollen dabei sein, wenn sich der Pianist Alfred Brendel nächste Woche von seinen Berliner Anhängern verabschiedet. 60 Jahre nach seinem ersten öffentlichen Klavierabend zieht er sich vom Podium zurück. Tickets für sein letztes Konzert mit Simon Rattle und den Philharmonikern sind natürlich schon lange ausverkauft. Trotzdem gibt noch eine Chance, Brendel live zu erleben. Nicht als gefeierten Pianisten, auch nicht als Musikphilosoph, sondern als Poet. Humorvoll, satirisch, oft auch zynisch schmiedet Brendel Verse über das, was ihn am meisten beschäftigt: die Musik.

Egal, ob hustende Konzertbesucher, männermordende Gesangsdiven oder Striezl backende Komponisten – Alfred Brendel hat eine aberwitzig anmutende Art, die Dinge auszudrücken. Im Kammermusiksaal liest er aus seinem Gedichtband „Ein Finger zuviel“. Klaviermusik gibt es an diesem Abend auch. Der Mann am Piano ist Pierre-Laurent Aimard, der Brendels Vortrag Werke von György Kurtág und György Ligeti gegenüberstellt. Brendel wird schon vor dem Konzert in der Einführungsveranstaltung zu erleben sein als Gesprächspartner von Susanne Stähr. Der Vorhang senkt sich langsam, der Rest ist Lachen.

Kammermusiksaal, Di 28.10., 20 Uhr, 8-35 €

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