Zeitung Heute : BESUCH IM TRAININGSZENTRUM CLAIREFONTAINE: Das Herz des französischen Fußballs

CLAIREFONTAINE (sid).Das Herz des französischen Fußballs schlägt 50 Kilometer von Paris entfernt in den malerischen Wäldern Rambouillets.Umringt von Wäldern, in denen Trüffel wachsen und Wildschweine leben, steht auf einem Hügel mitten im Naturschutzgebiet das Fußball-Trainingszentrum Clairefontaine, Stützpunkt der Nationalmannschaft und während der WM-Endrunde auch Basislager der "Equipe tricolore".Auf einer Gesamtfläche von 56 Hektar steht den Elitekickern der "Grande Nation" exklusiv das luxuriös ausgestattete Schloß Montjoye zur Verfügung.

"Clairefontaine ist etwas besonderes.Leider konnte ich nur als Trainer den Vorteil genießen.Aber unsere Spielergeneration der 80er Jahre hat mit den sportlichen Erfolgen erst den Kauf dieses Geländes ermöglicht.Für mich ist es das Herz des französischen Fußballs", sagt Frankreichs Fußball-Idol und WM-Mitinitiator Michel Platini.

Jeder Spieler kann zwischen einem Einzel- oder Doppelzimmer mit dem obligatorischen Satelliten-TV, großer Minibar und einem grandiosen Ausblick auf die Anlage wählen."Wenn sie hierherkommen, wissen die Spieler, daß sie die Seele des französischen Fußballs betreten.Sie fühlen sich zu Hause", sagt der französische Nationaltrainer Aime Jaquet, der in Clairefontaine auch sein Büro hat.

Allein 80 000 Quadratmeter (!) Rasen stehen für die Trainingsarbeit zur Verfügung.Der Schweiß in der Vorbereitung auf die Spiele fließt meistens auf dem "Terrain Michel Platini".Die Grünfläche, die exklusiv für das Nationalteam und ein paar Spitzenklubs reserviert ist, wird allein von sechs Gärtnern gepflegt."Clairefontaine bietet in allen Belangen die notwendige Infrastruktur, um die französische Fußballkultur zu stärken", sagt Jacquet.Dem Nationalteam steht auch ein eigener Koch zur Verfügung.Der Speiseplan wird täglich mit dem Teamarzt und der Diätassistentin abgesprochen.

Das 1982 auf Initiative des verstorbenen "WM-Vaters" Fernande Sastre für umgerechnet 74 Millionen Mark gekaufte Gelände verfügt über die modernste Infrastruktur.1985 begannen die Restaurationsarbeiten, am 11.Juni 1988 eröffnete der damalige Staatspräsident Mitterand die Anlage.Jedes Jahr bringt der Französische Fußball-Verband (FFF) zehn Millionen Mark für den Erhalt des Zentrums auf und steckt zudem 1,5 Millionen Mark in die Nachwuchsarbeit.Im Herzen des französischen Fußballs ist auch das Dokumentationszentrum mit einer audio-visuellen Bibliothek mit 2000 Videos sowie der Vitae von 15 000 Profispielern seit 1933 untergebracht."Unsere Trainer analysieren jedes Spiel, jede Mannschaft und alle Spieler, um erstens dem Teamchef ein genaues Bild der Gegner zu vermitteln und zweitens, um daraus Fortbildungsmaterial für den Nachwuchs zu erhalten", erklärt Didier Braun, der das Zentrum leitet.

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