Zeitung Heute : Betonburg am Kottbusser Tor erhielt neue Treppe - Umbauten für zehn Millionen Mark geplant

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Das "Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ)" am Kottbusser Tor ist tot - es lebe das "Zentrum Kreuzberg". Der geänderte Name, den ein Schild über der Adalbertstraße verkündet, symbolisiert die geplante Aufwertung des Betonkolosses aus den 70er Jahren. Als "Startschuss" eröffneten Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD), Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) und Peter Ackermann von der Eigentümergesellschaft gestern eine neue Stahltreppe. Die filigrane Konstruktion führt auf die Galerie, die im ersten Stock am Haus entlang verläuft, und ersetzt zwei wuchtige Betontreppen. Während diese stets mit "wild" plakatierten Zetteln und Postern bedeckt waren, bieten die schmalen Stangen und Gitter dafür kaum noch Fläche. Umbauten gab es auch andernorts im Gebäude, insgesamt wurden 80 Tonnen Beton abgetragen.

Im "Zentrum Kreuzberg" leben mehr als 1000 Mieter aus acht Nationen in 300 Wohnungen. Zudem gibt es 70 Läden, Lokale, Arztpraxen und andere Betriebe. Im Frühjahr 1998 hatte Berlins CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky mit seiner Forderung, den ganzen Block abzureißen, die Diskussionen um Veränderungen neu entfacht.

Innerhalb von zwei Jahren sollen laut Senator Strieder zehn Millionen Mark in das Haus und sein Umfeld investiert werden. Drei Millionen Mark steuern die Eigentümer bei, der Rest stammt aus Fördertöpfen des Senats. Unter anderem entsteht ein Spielplatz hinter der Stadtbibliothek an der Adalbertstraße. Einige große Ladenräume sollen unterteilt und dann Kleinbetrieben und Existenzgründern angeboten werden. Beteiligt an den Plänen sind Mitarbeiter des "Quartiersmanagements Kottbusser Tor", das seit Anfang 1999 ein Büro im Haus unterhält.

Peter Strieder kündigte an, das Quartiersmanagement in 15 Stadtgebieten werde fortgesetzt und ausgeweitet. Seit Jahresbeginn stünden zusätzliche zehn Millionen Mark aus dem Europäischen Strukturfonds "Lokale und städtische Infrastruktur" zur Verfügung.

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