Zeitung Heute : BEWERBUNG UM DIE WM IM JAHR 2006: Blatter gegen den DFB

PARIS (sid).FIFA-Präsident Sepp Blatter hat sich erneut für eine afrikanische WM-Bewerbung im Jahr 2006 stark gemacht und den Hoffnungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) damit einen Dämpfer verpaßt."Aufgrund des vorgesehenen Wechsels unter den Konföderationen bin ich dafür, daß 2006 die Weltmeisterschaft in Afrika stattfindet.Allerdings unter der Voraussetzung, daß die Infrastruktur gegeben ist.Es ist die logische Konsequenz, Afrika eine Chance einzuräumen, wenn die Konditionen erfüllt werden", sagte der neu gewählte Schweizer Chef des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) in Paris.

Zu den Kandidaten für eine WM-Ausrichtung in acht Jahren zählt auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der einer von insgesamt acht Kandidaten für die WM 2006 ist.Neben Deutschland haben die vier afrikanischen Länder Südafrika, Nigeria, Marokko und Ägypten, Argentinien und Brasilien aus Südamerika sowie der europäische Konkurrent des DFB, England, ihre Bewerbung angekündigt.Die Entscheidung über die WM-Vergabe fällt in der ersten Hälfte des Jahres 2000.

Um möglichen wirtschaftlichen Problemen in den asiatischen WM-Gastgeberländern für 2002, Südkorea und Japan, nachzugehen, kündigte Blatter die Entsendung einer FIFA-Abordnung an.Diese soll sich in den beiden asiatischen Ländern, die unter der dortigen Finanz- und Börsenkrise leiden, kundig machen und im Dezember dem Exekutiv-Komitee der FIFA Bericht erstatten.Blatter: "Im Augenblick sehe ich aber keine akuten Probleme."

Die Kritik am "kleinen Finale" um Platz drei bei Weltmeisterschaften wächst.Wie Blatter erklärte, werde sich die FIFA mit der Notwendigkeit des Spiels in der Zukunft beschäftigen."Wir müssen uns die Frage stellen, ob es in jedem Fall ausgetragen wird.Natürlich spielen wirtschaftliche Fragen ebenfalls eine Rolle", sagte der Schweizer.Bei EM-Endrundenturnieren spielen die beiden unterlegenen Mannschaften des Halbfinals den dritten Rang nicht mehr aus.UEFA-Präsident Lennart Johansson ist für eine Beibehaltung des "kleinen Finales".

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