Zeitung Heute : Bilderbuch: Wie ärgert man einen Schweinehund?

Rolf Brockschmidt

Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund, den es immer wieder nieder zu ringen gilt? Doch Florentine hat keinen inneren Schweinehund, sie hat einen wirklichen, leibhaftigen Schweinehund. Er sieht so aus, wie er heißt, und mit dem versteht sie sich ganz prima. Er hat keine Lust, Zähne zu putzen, das Zimmer aufzuräumen oder Blumenkohlgemüse zu essen. So ein Haustier könnte als Hausfreund ganz komfortabel sein. Florentine jedenfalls genießt es, mit ihrem Freund zusammen zu sein, bis er sie auf dem Karussell im Stich lässt.

Karoline Kehr hat sich in ihrem neuen Bilderbuch "Schwi-Schwa-Schweinehund" eines äußerst pädagogischen Themas angenommen, es dann auf den Kopf gestellt und ohne Zeigefinger erzählt. Die Rebellion erfolgt nun gegen den Schweinehund. Aber wie ärgert man einen Schweinehund? In dem man das tut, was er nicht mag: gesund essen, aufräumen, Zähne putzen.

Karoline Kehr hat dies, wie in ihren bisherigen Büchern auch, zum Teil wieder in kleinen Modellen nachgebaut und in die dreidimensionale Dekoration ihre Figuren gezeichnet. Dieses Mal atmen die Interieurs eine dezente Fünfziger-Jahre-Atmosphäre. Schräge, extreme Perspektiven, knallige Farben und extreme Figuren machen Spaß. Jedes Kind mag nun entscheiden, wie es mit seinem Schweinehund umgeht. Arrangieren übrigens kann man sich, wie Florentine zeigt, auch.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar