Zeitung Heute : Bill Gates will sich wehren

Der Microsoft-Chef sagt, die Kartellklage sei unbegründet und ein Rückschritt für Amerika REDMOND (rtr).Der Softwarekonzern Microsoft hat die Kartellklage der US-Justizbehörden als unbegründet zurückgewiesen und will sich vor Gericht dagegen wehren.Microsoft-Chef Bill Gates sagte am Montag abend weiter, die Klage sei ein Rückschritt für Amerika, die Verbraucher und die Computer-Industrie.Das US-Justizministerium und 20 Bundesstaaten werfen dem Konzern vor, seine monopolartige Position auszunutzen.Fachleute sagten, sie seien überrascht, daß sich die Klage nur auf das neue Betriebssystem "Windows 98" konzentriere und dessen Auslieferung nicht blockiere.Gates sagte vor Journalisten in der Konzernzentrale in Redmond, der Klage seien intensive Verhandlungen mit der Regierung vorausgegangen, in denen Microsoft Zugeständnisse gemacht habe."Dennoch glauben wir, daß die Vorwürfe der Regierung sachlich unbegründet sind." Gates fügte hinzu: "Wir glauben, eine Kartellklage ist kontraproduktiv, teuer für den Steuerzahler, und sie wird letztlich vor den Gerichten nicht erfolgreich sein." Microsft werde beträchtliche Ausgaben auf sich nehmen, um sich gegen die Klage zur Wehr zu setzen.Microsoft-Finanzchef Greg Maffei sagte jedoch, er erwarte keine materiellen Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns.Die Kläger beanstanden, daß Microsoft in seinem Computerbetriebssystem das Internetzugangsprogramm (Browser) Internet Explorer integriert hat.Damit nutze der Konzern seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen, um die Konkurrenten im boomenden Browser-Geschäft auszuschalten.US-Justizministerin Janet Reno sagte, Microsoft versuche, den Internet-Handel in den "Würgegriff" zu bekommen.Die Justizbehörden verlangen im wesentlichen, daß der Konzern entweder den Internet Explorer von "Windows 98" entfernt oder auch das Produkt des Konkurrenten Netscape, den Navigator, mitvertreibt.Microsoft begann ungeachtet der Kartellklage am Montag mit der Auslieferung des neuen Betriebssystems an die Computerhändler.Für die Verbraucher soll "Windows 98" ab 25.Juni erhältlich sein.Einige Industriemanager waren darüber befremdet, daß Micosoft dazu gezwungen werden könnte, ein Konkurrenzprodukt zu vertreiben.Branchenkenner sagten, der Umfang der Klage sei geringer als erwartet.Fachleute wiesen darauf hin, daß nicht versucht werde, die Markteinführung von "Windows 98" zu blockieren.Die Auseinandersetzung dürfe sich vor Gericht über Jahre hinziehen, und der Ausgang sei ungewiß.

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