Zeitung Heute : Billige Kultur, teurer Sport

Während die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender steigen sollen, kämpfen die privaten Anbieter mit Verlusten

-

492000000 Minuten

Sendezeit hat das erste Fernsehprogramm der ARD im Jahr 2002 produziert. Davon wurden 67 Prozent erstmals ausgestrahlt – der Rest wurde wiederholt.

3500 Euro

kostet die Produktion einer Sendeminute im Ersten Programm durchschnittlich. Während eine Minute Kultur für 1800 Euro relativ billig zu haben ist, verschlingt eine Minute Sport 8800 Euro. Für 2800 Euro gibt es eine Minute Tagesschau, 4700 Euro kosten 60 Sekunden Unterhaltung. Das selbst produzierte Fernsehspiel ist mit 9300 Euro das teuerste Sendeformat, das Vormittagsprogramm kostet dagegen im Schnitt nur 1100 Euro pro Minute. Spielfilme liegen mit 3300 Euro im Mittelfeld.

20 Minuten

Werbung dürfen ARD und ZDF täglich senden. Im Zweiten bringt die teuerste Werbeminute zwischen „heute“ und Wetter 84000 Euro. Nachmittags ist der 30-Sekunden-Spot schon für 5400 Euro zu haben. Wer seine neue Seife lieber im Ersten vor der Tagesschau präsentieren will, zahlt 16200 Euro. Für 30 Sekunden in der Sportschau zwischen den Spitzenspielen der Bundesliga müssen sogar 59700 Euro angelegt werden. Bei der Privatkonkurrenz von RTL beginnt das Preisspektrum bei 660 Euro – um 5Uhr30 im Kinderprogramm. Einen Spitzenpreis erzielte ein Spot bei der Live-Übertragung des Formel-1-Rennens „Großer Preis von Brasilien“: 144000 Euro.

795 Millionen Euro

Verlust haben die privaten Fernsehsender im Jahr 2002 erwirtschaftet. Wegen des Konjunkturtiefs brachen in diesem Jahr die Werbeeinnahmen ein.

38 Prozent

ihrer Etats wenden die öffentlich-rechtlichen Sender für Personalkosten auf. Bei den Privatsendern machen diese Kosten nur 13 Prozent aus.

30000 Mitarbeiter

arbeiten bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland. Davon sind 20 Prozent am Medienstandort Köln beschäftigt, dem Sitz des Westdeutschen Rundfunks, elf Prozent arbeiten in München. Rund zehn Prozent der Rundfunkmitarbeiter sind zwischen Grunewald und Müggelsee angestellt, damit liegt Berlin an dritter Stelle.

16000 Mitarbeiter

produzieren die privaten TV- und Radioprogramme Deutschlands. 30 Prozent davon arbeiten in München, Berlin ist mit rund 13 Prozent zweitwichtigster Standort vor Hamburg mit neun Prozent der Privatfunk-Mitarbeiter. avi

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben