Zeitung Heute : Bischof Woelki schon in der Kritik Wegen Äußerung
03.07.2011 17:41 UhrBerlin - Die Ernennung des bisherigen Kölner Weihbischofs Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Berlin stößt auf wachsende Kritik. „Die Katholische Kirche ist schlecht beraten, jemanden in die Hauptstadt zu schicken, der offenbar ein Problem mit Homosexuellen hat“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Tagesspiegel. „Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie den Vertreter einer rückständigen Glaubensrichtung in Berlin zum Bischof macht, da dies dem Lebensgefühl der Menschen widerspricht.“
Kahrs bezog sich mit seiner Kritik auf einen „Spiegel“-Bericht, wonach Woelki Homosexualität als Verstoß gegen die „Schöpfungsordnung“ verurteilt hat.
Die Äußerung sei in einem Gespräch zwischen Woelki und dem katholischen Publizisten Georg Schwikart aus Sankt Augustin gefallen. Dabei sei es um die Weigerung des Erzbistums gegangen, Schwikart im Herbst 2010 zum Diakon zu weihen – offenbar weil der in einem Aufklärungsbuch geschrieben hatte: „Es gibt auch Männer, die Männer lieben.“
Der Arbeitskreis „Lesben und Schwule in der SPD“ (Schwusos) bezeichnete die Ernennung Woelkis vor diesem Hintergrund als negatives Signal. „Das wird den Dialog mit der katholischen Kirche erschweren“, sagte der Schwuso-Vorsitzende Ansgar Dittmar. Für alle in der Katholischen Kirche engagierten Schwulen und Lesben seien Woelkis Äußerungen „ein Stoß vor den Kopf“.
Der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, Josef Winkler, sagte dem Tagesspiegel, es werde sich unter anderem am Umgang mit dem Thema Homosexualität entscheiden, ob Woelki als Bischof in der Hauptstadt bestehen könne. Er fügte hinzu: „Die reine Ablehnung von Homosexualität als verdammungswürdig ist sicher nicht der richtige Umgang.“ has








