Zeitung Heute : Bisschen weniger bitte

Anna Dissmann[15 Jahre]
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Die neuesten Technologien werden von uns bis zum Abwinken konsumiert. Wie wird es weitergehen, was wird alles möglich sein, wenn sich unsere Welt weiterhin in diesem Tempo entwickelt?

Dass das Handy MP3-Player, Digitalkamera und Computer in einem ist, dass wir E-Mails binnen weniger Sekunden an die ganze Welt verschicken können, dass wir mit fünf Freunden gleichzeitig kommunizieren können, ist praktisch. Doch ist der Fortschritt wirklich gut?

Ich möchte jedoch auf jeden Fall in den Urlaub fahren. Was tue ich als Erstes? Ich kontrolliere auf Google Earth, ob die Hotelanlage wirklich nur hundert Meter vom Strand entfernt liegt.

Doch ist es nicht beängstigend, dass wir über die Funktion „Live View“ genau erfahren können, was überall auf der Welt geschieht? Also, mich beunruhigt die Vorstellung. Ich fürchte, dass die Möglichkeit, auch noch in die Frens zoem Überwachungsstaat leben. Schließlich geben wir auch freiwillig gerne jede Information über uns in Internetforen preis.

Andererseits wird die Technik vielleicht auch wieder den Rückwärtsgang einlegen, weil bald der Wunsch nach leicht zu bedienenden Gerätschaften auftauchen wird.

Die Reizüberflutung ist zu groß, die vielen Anwendungen werden sowieso nicht genutzt. Schließlich sind wir auch vorher ganz gut ohne diese Dinge ausgekommen. Wir sind zufrieden, bis etwas Neues integriert wird. Dann erscheint es uns sofort unersetzlich, obwohl wir es vorher gar nicht vermisst haben. Als mein Handy letzte Woche den Geist aufgegeben hat, habe ich mein altes reanimiert, anstatt ein neues zu kaufen. Ich muss sagen: Ich bin überaus glücklich damit, obwohl es noch nicht einmal ein Farbdisplay hat!Anna Dissmann, 15 Jahre

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