Zeitung Heute : BKA vereitelt Anschlag auf Stadion In Dortmund offenbar kein Terror-Hintergrund

F. Jansen/F. Meininghaus

Dortmund - Das Bundeskriminalamt (BKA) hat möglicherweise einen Sprengstoffanschlag auf das Dortmunder Fußballstadion vereitelt. Nach einer Mitteilung des BKA wurde am Dienstag in einem Kölner Hotel ein 25-jähriger Deutscher festgenommen. Nach Informationen des Tagesspiegels heißt der Mann Alexander K., ist Student und lebt in Krefeld. In der Wohnung von K. fanden die Beamten drei Sprengsätze und Chemikalien. Der Student führte die Ermittler zu einem Versteck nahe dem Dortmunder Stadion. Dort waren ebenfalls drei Sprengsätze deponiert. Ob es noch ein weiteres Depot in Krefeld gab, blieb am Donnerstag offen.

Sicherheitskreise sprachen von einer wirren Geschichte. Alexander K. wollte laut BKA-Präsident Jörg Ziercke Behörden erpressen. Einen islamistischen oder sonst wie terroristischen Hintergrund gibt es wahrscheinlich nicht. Auch das Bundesinnenministerium sieht „keinerlei Bezüge zu terroristischen oder islamistischen Organisationen“. Das BKA kam K. auf die Spur, weil er sich im Februar in E-Mails an die deutsche Botschaft in Pakistan gewandt und vor angeblich drohenden, zeitlich gestaffelten Anschlägen einer Terrorgruppe in Deutschland gewarnt hatte. In den Mails soll sich K. detailliert über unkonventionelle Sprengvorrichtungen geäußert haben. Es wurde ein Verfahren eingeleitet, und das BKA fand heraus, dass mutmaßlich K. im 2010 ein Unternehmen erpresst hatte. Zudem hätten sich Indizien ergeben, dass die über eine internationale Adresse verdeckt geschickten E-Mails an die Botschaft ebenfalls ein Erpressungsversuch sein könnten.

Das Spiel am Samstag zwischen Dortmund und Hannover findet trotz des Vorfalls statt. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte dem Tagesspiegel: „Wir arbeiten sehr eng mit der Polizei und den zuständigen Behörden zusammen, mit denen wir das weitere Vorgehen absprechen. Wenn klar ist, dass es sich tatsächlich um einen Einzeltäter handelt, und der gefasst ist, spricht nichts dagegen, das Spiel gegen Hannover 96 am Samstag stattfinden zu lassen.“ Nur auf erhöhte Sicherheitsvorkehrungen müsse man sich einstellen. F. Jansen/F. Meininghaus

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