Zeitung Heute : Blanke Rinnen ohne Wiederkehr

GERD W.SEIDEMANN

In der Gletscherwelt des größten Nationalparks der USA: Wrangell-St.Elias in AlaskaVON GERD W.SEIDEMANN

Richard Villa fährt alle sechs Monate zum Einkaufen.Höchstens.Nur dann treibt es ihn nach Valdez oder, wenn es etwas Besonderes sein darf oder ein Behördengang unumgänglich erscheint, nach Anchorage.Nach Valdez ist er in seinem Allrad wenigstens sechs mühsame Stunden unterwegs, in Anchorage kommt er bestenfalls zum Abendessen an, wenn er nach einem frühen Frühstück aufbricht.Der lizensierte Bergführer lebt in McCarthy.Dort endet eine von zwei Schotterpisten, die in Alaskas Wrangell-St.Elias-Nationalpark führen.In den Sommermonaten, von Mai bis September, leben vielleicht 600 Menschen dort, so genau weiß das niemand.Sie pflegen vornehmlich ihren Lebenstil in der Einöde und versorgen nebenbei die etwa 30000 Touristen mit den notwendigsten Dienstleistungen.In den härtesten Wintermonaten teilt sich Richard Villa das Kaff oft nur mit zwei, drei anderen Hartgesottenen, die dem Leben in der Zivilisation ebenfalls wenig abgewinnen können. Vor sieben Jahren hat es Richard aus dem trubeligen Kalifornien in die Stille des 49.Bundesstaates im Norden geführt.In McCarthy hat der 36jährige Collegeabsolvent sein Glück gemacht.Er ist zwar weder auf eine Goldader gestoßen, noch betreibt er ein florierendes Geschäft als Lodge-Besitzer oder Buschpilot.Sein Glück besteht vielmehr darin, seinem liebsten Hobby - der Natur nahe sein - zu frönen, auch wenn er dafür nur mehr schlecht als recht bezahlt wird.Daß er dabei Touristen Hilfestellung leistet, die den mit 52000 Quadratkilometern größten Nationalpark der USA erkunden wollen, stört ihn nicht.Im Gegenteil."Die allermeisten, die hierher kommen, haben ein Gespür für die Großartigkeit dieser Landschaft.Das sind keine snobistischen Besserwisser, sondern Leute, die zwar oft viel mehr gelernt haben als ich, nur nicht über das, was hier los ist.Und sie wollen das ganz intensiv erleben und dazulernen.Wenn sie dann ein Stück besseres Verständnis für unsere Natur und Umwelt mit nach New York, Kalifornien oder Europa nehmen, bin ich hochzufrieden." Wie intensiv man die wilde Bergwelt nahe der Grenze zum kanadischen Yukon erfahren kann, läßt sich für den Besucher auf Stippvisite nur erahnen.Denn neben Halbtagestouren auf den nahen Root-Gletscher, ein paar Tagen Klettern in immer wieder neu aufbrechenden Eisspalten und mehreren hundert Meter hohen Felswänden namenloser Gipfel oder einer Woche Trekking durch die Gletscherwelt des Nationalparks führt Richard wenigstens einmal jeden Sommer eine regelgerechte Expedition auf den 18008 Fuß (5492 Meter) hohen Mount St.Elias, nach dem Mount McKinley (20320 Fuß/6198 Meter) immerhin der zweithöchste Berg der Vereinigten Staaten. Uns versetzt schon der Root-Gletscher in höchstes Erstaunen.Auf einem schmalen Pfad arbeiten wir uns an den Eiskoloß heran.Dann heißt es: "crampons" anziehen, die Richard vor dem Aufbruch verteilt hat.Nur mit diesen Spikeschuhen ist ein sicherer Halt auf dem oft tückischen Gletschereis gewährleistet.Noch beim Anflug auf McCarthy in der viersitzigen Cessna 180, dem zuverlässigen "VW unter den Buschflugzeugen", hatten wir unerfahrenen Greenhorns fassungslos auf die Geröllwüste am Fuß der schneeweiß blinkenden Kennicott- und Root-Gletscher gestarrt.Was der unbedarfte Besucher zunächst wildem Raubbau an der Natur durch unkontrollierten Tagebau zuschreibt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als pures Gletschereis, lediglich bedeckt von einer dünnen Schicht zermalmten Gerölls, das der Gletscher aus den Bergen mitgeführt hat, und das als Moränenablagerung in vielleicht hundert Jahren vom Eise befreit als grüner Hügel die Touristen grüßen wird.Noch vor siebzig Jahren soll der Gletscher an seinem letzten Ausläufer einhundert Meter dicker gewesen sein als heute. "Manchmal sehe ich Bärenspuren auf dem Eis, seltener Wolfsfährten oder Elchabdrücke.Die Tiere machen bei ihren Wanderungen meist einen großen Bogen um das Eis", versichert Richard.Schade eigentlich.Nach unserem ersten (und einzigen) Elch-Erlebnis halten wir bereits seit Tagen Ausschau nach einem Bär.Wenigstens aus der Ferne könnte uns Alaska den spannenden Moment gönnen, der angeblich hinter nahezu jeder Wegbiegung wartet.Gewissenhaft folgen wir im Gänsemarsch dem erfahrenen Führer.Zu beeindruckend sind die tiefen, blau schimmernden Gletscherspalten und blanken Rinnen ohne Wiederkehr, durch die das Wasser schießt wie auf der wildesten Wasserrutsche in einem Spaßbad. "Gletscher bedecken in Alaska etwa 29000 Quadratmeilen, umgerechnet 75400 Quadratkilometer", doziert Richard.Die Region der Wrangell- und St.Elias-Mountains allein bedecken etwa 7761 Quadratmeilen (20179 Quadratkilometer) Eis, eine Fläche von 142 Kilometern im Quadrat.Die Liste erstaunlicher Fakten setzt Richard fort: "Etwa Dreiviertel allen Frischwassers in Alaska ist in Gletschern gespeichert, ein Vielfaches dessen, was in allen Seen, Flüssen, Teichen und Talsperren des Staates vorhanden ist." Der Nationalpark ist größer als New Hampshire und Vermont zusammen, damit fünfmal so groß wie der Yellowstone Nationalpark.Neun der sechzehn höchsten Berge der USA gibt es hier, 150 Gletscher wurden gezählt. Und wer bisher geglaubt hatte, ein Leben auf oder gar im "ewigen Eis" sei unvorstellbar, wird von unserem wandelnden Lexikon eines Besseren belehrt."Meist denken die Leute, ich wolle sie auf den Arm nehmen, aber es gibt Eiswürmer." Ein Blick zum Himmel macht jedoch die Hoffnung zunichte, eins dieser merkwürdigen Geschöpfe zu Gesicht zu bekommen.Die kleinen, fadendicken Würmer von etwa zwei Zentimeter Länge sind meist nur in der Dämmerung oder bei starker Bewölkung zu sehen.Dann bohren sie sich an die Eisoberfläche durch, treten manchmal in solchen Massen auf, daß die Gletscher schwarz erscheinen.Immerhin gelingt es Richard, uns von der Existenz von Eisflöhen zu überzeugen, indem er verschiedene Steine umdreht und kleine schwarze Punkte in Riesensätzen das Weite suchen.Das glaubt einem keiner: Eiswürmer und -flöhe in Alaska, aber kein Bär in Sicht. So greifbar die Erdgeschichte in Alaska scheint, so zeitlich nah ist auch die Siedlungsgeschichte der Neuzeit.McCarthy verdankt seine zeitweilig arg bedrohte Existenz einer Minengemeinde namens Kennicott, etwa sieben Kilometer nördlich.Dort, zwischen dem heutigen Kennicott-Gletscher und McCarthy Creek, hatten im Jahr 1900 zwei jener damals allgegenwärtigen Glücksritter auf der Suche nach Gold und anderen Bodenschätzen einen großen grünen Fleck am Hang und damit eins der größten Kupfererzvorkommen entdeckt.Jack Smith und Clarence Warner machten also den Fund ihres Lebens.Das Geschäft machten jedoch letztlich andere.Smith bat den jungen Ingenieur Stephen Birch, den es aus dem Osten der Vereinigten Staaten ebenfalls auf der Suche nach der großen Chance in den kalten Norden verschlagen hatte, den Fund zu analysieren. Elektrisiert durch die Reinheit der vorgelegten Proben, ließ Birch sofort seine Kontakte zum Big business an der Ostküste spielen.Kurz über lang hatte er die finanzielle Rückendeckung solcher Industriemagnaten wie der Guggenheims und J.P.Morgan.Die "claims" wurden gekauft und 1906 die Kennecott Mines Company gegründet, die später in die Kennecott Copper Company überging.Das Unternehmen sollte übrigens nach dem Alaska-Forscher Robert Kennicott benannt werden, doch mit der Rechtschreibung nahm es schon damals niemand in den Vereinigten Staaten so genau.Drum entwickelte sich ein Durcheinander: Kennicott für Gemeinde und Gletscher, Kennecott für das Bergbauunternehmen. Bevor der Jungunternehmer Birch, ein cleverer Bursche von 25 Jahren, nun im Auftrag seiner Geldgeber daran gehen konnte, das Kupfer dem Berg zu entringen, mußte das Transportproblem des Erzes gelöst werden.Ziel war es, das Gut bis zum nächsten Seehafen, Cordova, zu bringen.Dort warteten die Schiffe der Alaska Steamship Company, die den Rohstoff zur Schmelzhütte nach Tacoma, Washington, transportieren sollten.Folgerichtig begann 1908 der Bau einer Copper River Northwestern Railway in Cordova.Unter den allergrößten Entbehrungen für die überwiegend chinesischen Arbeiter wurde der Bau der Bahn durch unwegsames Gelände Sommer und Winter vorangetrieben, bis 1911 die 320 Kilometer lange Trasse nach mehreren Rückschlägen fertig war. Bis zur Stillegung der Mine 1938, als der Kupferpreis am Weltmarkt ins Bodenlose gesunken war, wurden viereinhalb Millionen Tonnen Erz im Gegenwert von damals rund 200 Millionen Dollar aus dem Berg geholt. Wie sich das Leben in der Bergarbeitersiedlung am Gletscher, in der bis zu 2000 Männer arbeiteten, abgespielt hat, läßt sich heute anschaulich in der überraschend gut erhaltenen Ruine nachvollziehen.Seitdem die Arbeit wegen mangelnder Rentabilität vor knapp 60 Jahren eingestellt wurde, ist kaum etwas an dem Werk getan worden.Die Schächte im Berg sind abgesoffen und unzugänglich.Das Minengebäude, wo das Gestein zerschlagen, gerüttelt und geschüttelt, in einem arbeitsintensiven Prozeß der kupferhaltige Bestandteil gewonnen und letztlich als feiner Staub in Säcke abgepackt und auf die extra gebaute Bahn verfrachtet wurde, war dem Verfall preisgegeben.Und doch ist es erstaunlich gut erhalten."Die deutschen Zimmerleute, die man angeheuert hatte, um die aufwendigen Holzkonstruktionen zu bauen, haben ganze Arbeit geleistet." Michael, ganz frisch aus den "Lower 48" nach McCarthy-Kennicott gezogen, muß sich als Frischling unter den Fremdenführern vor allem in der Mine bewähren.In die Berge, seine wahre Leidenschaft, kommt er vorerst selten.Doch in der Minengeschichte kennt er sich offenbar aus, ist mit jedem Detail des Arbeitsvorgangs vertraut, weiß, wie sich das Leben in der Minenstadt abgespielt hat. Arbeiter für die Knochenmühle zu finden, war damals nicht besonders schwer.Der Zustrom von willigen Malochern vornehmlich aus Osteuropa war damals gewaltig." Nicht weniger als 356 Tage im Jahr mußten die Männer ran", hat Michael recherchiert."Mit drei bis vier Dollar am Tag fühlten sie sich gut bezahlt.Die Arbeitsplätze waren begehrt, trotz aller Gefährdungen für Leib und Leben." Neben dem Lohn hatten die Männer Kost und Logis frei.Essen konnten sie nach acht Stunden Arbeit soviel sie wollten, die Kantine war 24 Stunden am Tag geöffnet.Die Unterkünfte waren nach damaligem Standard vom Feinsten, das ist noch gut erkennbar.Es gab eine Dampf-Zentralheizung, wobei selbst in den Arbeiterquartieren die Heizkörper, die heute unbeachtet herumliegen, mit ihrem Blumendekor jede Altbauwohnung schmücken würden.In einem Hospital war die medizinische Versorgung sichergestellt.Für die Zerstreuung gab es Baseball-Felder, Eislaufbahn und eine Turnhalle für die Arbeiter, Tenniscourts fürs Management, das im übrigen 79 Dollar am Tag verdiente.Möglichkeiten, Geld auszugeben gab es praktisch nicht.Denn drei Dinge waren in Kennicott strikt verboten: Frauen, Alkohol und Spielen.Und hier kam McCarthy ins Spiel. Die ersten Glücksritter hatten bereits 1908 spitz gekriegt, daß sich hier etwas entwickeln würde.Die Vorposten der Minengesellschaft waren bereits vor Ort.Ein Saloon mit entsprechender weiblicher Gesellschaft verhieß guten und vor allen Dingen leichteren Gewinn, als der Bergarbeiterjob.McCarthy blühte auf, nahm die Rolle des Sündenpfuhls dankbar an. Nun, ein Sündenpfuhl ist McCarthy heute kaum, auch wenn das Bier - sicher wie damals - noch immer sündhaft teuer ist.Die Depression nach Schließung der Mine hat der Ort überlebt.Einige wenige Eigenbrötler blieben.In den Siebzigern und frühen Achtzigern zog es dann vor allem Junge, Zivilisationsmüde ans Ende der legendären McCarthy Road, die heute teilweise auf dem Gleisbett der alten Eisenbahnstrecke verläuft.In ihrem Sog folgten die Backpackers, die kleineren Wohnmobile.Dann Reisende, die mit dem Verlangen nach etwas mehr Komfort inmitten von soviel Natur auch die Existenzgrundlage für ein Hotel im ehemaligen Freudenhaus von McCarthy und der recht komfortablen Kennicott-Lodge legten.Tourismus auf Sparflamme.Bisher.Die alte Seilbahn über den Kennicott-River, die jeweils nur zwei Personen gleichzeitig den Zugang nach McCarthy und Kennicott bescherte, ist inzwischen durch eine Fußgängerbrücke ersetzt.Es wird noch einige Jahre dauern bis der Tourismus tiefere Spuren zieht.Dann wird Richard Villa vielleicht seine drei mal vier Meter große Hütte verlassen und weiterziehen.Und unter Umständen einen noch weiteren Weg zum Einkaufen auf sich nehmen.TIPS FÜR ALASKA - Anreise: Besonders unkompliziert geht es auch in dieser Sommersaison mit Condor.Die Lufthansa-Tochter fliegt bis einschließlich 22.September immer montags ab Schönefeld über Köln nach Anchorage.Flugpreise ab Berlin zwischen 1459 und 2059 Mark, je nach Termin.Jeweils sonnabends fliegt Condor bis einschließlich 13.September ab Tegel über Frankfurt nach Anchorage.Hier liegen die reinen Flugkosten zwischen 1519 und 2119 Mark.
Wer außerhalb der eigentlichen Saison nach Alaska möchte, ist auf die Flüge zahlreicher Gesellschaften nach Seattle oder Vancouver angewiesen, wobei der Flug mit Alaska Airlines von Seattle aus zur Drehscheibe Anchorage als inneramerikanische Strecke günstiger ist. - Klima: In der klassischen Reisezeit von Ende Mai bis Mitte September muß man sich überall in Alaska auf alles einstellen.Leichte T-shirts dürfen im Gepäck ebensowenig fehlen wie ordentliches Regenzeug und dicke Pullover.Besonders der Südosten des Staates ("Pfannenstil") kann sehr feucht werden im Sommer. - Reisen im Land: Alaska ist groß, würde in der Fläche etwa ein Fünftel von Festland-USA zwischen Mexiko und Kanada bedeêken.Entsprechend sind die Entfernungen, auf die man sich bei seiner Urlaubsplanung einstellen muß.Das für Touristen übliche, weil am besten geeignete Verkehrsmittel in Alaska ist der Mietwagen oder das Wohnmobil.Allerdings dürfen hier keine Florida-Preise erwartet werden.So kostet schon ein kleiner, deshalb eigentlich angesichts mancher Straßen nicht zu empfehlender Mietwagen in der Hochsaison knapp 600 Mark pro Woche ohne Kilometerbeschränkung.Wer in der Oberklasse fahren möchte, zahlt rund 300 Mark mehr.
Die Auswahl an Wohnmobilen ist groß.Üblicher Übernahmeort ist Anchorage.Vom einfachen Campmobil, Pickup mit Aufsatz, für zwei bis zum luxuriösen Wohnmobil für fünf bis sechs Personen steht alles bereit.Die Preise in der Hochsaison liegen zwischen 169 Mark und 285 Mark pro Tag.Zusätzlich verlangen viele Vermieter nach 500 Freimeilen der ersten Mietwoche tüchtig Geld für jede weitere Meile.Manche bieten allerdings auch günstigere "Meilenpakete" an.

Hier käme dann das Flugzeug ins Spiel.Kaum ein besiedeltes Fleckchen im Staat, wo kein Flieger landen könnte.Eine Schotterpiste oder ein Gewässer von entsprechender Länge findet sich fast überall.Wer etwa nach McCarthy möchte, kann auch von Anchorage aus via Glennallen fliegen, auf einem Linienflug.Mittwochs und freitags wird McCarthy nämlich mit Post bedient.Auf dem Postflieger von Ellis Air Taxi sind dann immer einige Plätze frei.Um 8 Uhr 30 geht es ab Anchorage, um 11 Uhr ist man in McCarthy, für 161 Dollar plus zehn Prozent Steuer.
Nach Alaska führt keine Bahn, aber innerhalb des Staates verkehrt die Alaska Railroad auf Strecken von Anchorage nach Fairbanks und über Whittier nach Seward Richtung Süden. - Wandern: Wildnis und Busch, in Alaska sind diese Begriffe ernstzunehmen.Wer sich deshalb als lediglich Österreich-erprobter Wandersmann munter zu einer kleinen Tagestour aufmacht, handelt leichtfertig.Nicht umsonst - und schon gar nicht kostenlos - bieten sich an vielen Orten Guides an, die mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut sind und einen sicher wieder nach Hause bringen.In McCarthy bietet das Büro von St.Elias Alpine Guides eine ganze Palette von geführten Touren: von der etwa fünfstündigen Wanderung auf dem Root-Gletscher (55 Dollar pro Person), über den ganztägigen Flug-Ausflug auf den Kennicott-Gletscher (185 Dollar) bis zu längeren Wanderungen und Kletterpartien in völlig abgelegenen Teilen des Nationalparks, die dann etwa 2000 Dollar inklusive Buschflugzeug kosten.Information: St.Elias Alpine Guides, P.O.Box 111241, Anchorage, Alaska 99511; Telefon: 001 907 345 9048, Telefaxnummer: 001 / 907 / 345 90 49. - Unterkunft: Nahe McCarthy, auf dem Gelände der Kennicott-Mine und mit spektakulärem Gletscherblick kann man in der Kennicott Glacier Lodge sehr gepflegt wohnen.50 Gäste kommen hier in Doppelzimmern unter, Dusche und Toilette befinden sich jedoch auf dem Gang.Die Übernachtung ohne Frühstück kostet 137 Mark, wenn die Buchung über einen deutschen Veranstalter erfolgt.Ohne Reservierung anzureisen, empfiehlt sich nur für Leute mit Zelt. - Veranstalter: Individuell eine längere Reise nach Alaska zusammenzustellen mag manchem zu mühsam erscheinen.Pauschalreisen werden vielfach angeboten, oft in Kombination mit einer Kreuzfahrt ab Seattle und Vancouver oder als Busrundreise.
Das vielleicht umfangreichste und detaillierteste Alaska-Programm weist Meridia Reisen aus Kempten im Allgäu auf.Komplette Pauschalpakete mit vorgestrickten Routen stehen im Katalog: achttägige Foto-Studienreise, 4550 Mark ab Anchorage; 21tägige Kanu- und Trekkingtour im Grenzgebiet Yukon / Alaska, 2826 Mark ab Whitehorse, um nur zwei Beispiele zu nennen.Ebenso gibt es eine Fülle von Bausteinen, die je nach individueller Neigung zusammengestellt werden können: Biking- und Kanutouren auf eigene Faust, zur Bärenbeobachtung für mehrere Tage in den Busch, zum Angeltrip tief in die Wildnis, oder mit dem Geländewagen von Anchorage nach McCarthy (vier Tage Wagenmiete, drei Übernachtungen in der McCarthy Lodge, einstündiger Rundflug, 745 Mark pro Person im Doppelzimmer).Katalog bei: Meridia Reisen, Freudenberg 11, 87435 Kempten; Telefonnummer: 08 31 / 523 01 10, Fax: 08 31 / 523 01 23. - Nebenkosten: Wer einmal die riesigen Schleppkähne gesehen hat, die von Seattle aus vom Salzkorn bis zur kompletten Hauseinrichtung alles (außer Fisch) nach Alaska bringen, dem fällt es nicht mehr ganz so schwer, die Preise zu akzeptieren.Rund 30 Prozent höher als in den "Lower 48" fallen die Nebenkosten wie Essen, Trinken, Schlafen für den Individualtouristen aus.Der steigende Dollarkurs tut ein übriges. - Angeln: Vom selbstgefangenen Lachs träumen viele Urlauber.In den Hafenorten an der Küste stolpert man an jedem Kai über die Anbieter von Chartertouren, die, "alles inklusive", ganztägige Angeltrips für rund 150 Dollar anbieten.Individualisten kostet der Angelschein 50 Dollar und ist ein jahr gültig.Der Drei-Tagesschein kostet 15 Dollar, 14 Tage 30 Dollar.Verkauf des Papiers in fast allen Sportgeschäften. - Literatur: Zur Vorbereitung auf die große Alaska-Reise eignet sich "Alaska" von APA-Guides ganz vorzüglich.Wie immer ein guter historischer Abriß zum Reiseland, ausführliche Informationen zu Flora und Fauna, interessante Geschichten zu Land, Leuten und bestimmten Ereignissen, zudem ein sehr detaillierter Serviceteil.Leider sind die 322 Seiten auf der Reise selbst etwas schwer und unhandlich.Wer noch nicht in diesem Jahr reisen möchte, sollte auf die aktualisierte Ausgabe im Herbst warten.Preis: 44 Mark
Wer einigermaßen mit Englisch zurechtkommt, findet in Buchläden in den größeren Ortschaften eine ganz hervorragende Auswahl aktueller Reiseführer.
"Reiseführer Natur Alaska" wird seinem Titel vollauf gerecht.Autor Michael Rudert stellt die unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen sowie die geologische Entstehungsgeschichte vor.Der Biologe beschreibt außerdem umfassend Pflanzen und Tiere des Landes.BLV Verlagsanstalt, München, 1996; 160 Seiten, 39,90 Mark.
Besonders Autofahrern und Wohnmobilisten sei der "Alaska, Yukon & British Columbia Travel Guide" empfohlen.Sehr detaillierte Landkarten und Stadtpläne sowie eine Fülle von Informationen über Sehenswertes links und rechts der Straße.Die 30 Dollar sind eine lohnende Investition, zumal für Reisende, die auch Kanada besuchen. - Auskunft: Informationsmaterial über Alaska kann man gegen eine Kostenbeteiligung anfordern beim Touristikservice Peter Lang, Postfach 1227, 63798 Kleinostheim.Der schriftlichen Anforderung ist ein Verrechnungsscheck über zehn Mark beizulegen.Lesbaren Absender nicht vergessen.

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