Zeitung Heute : Blogger: Grenzenloser Mitteilungsdrang

Markus Horeld

Sie sind Tagebuch und Fundgrube gleichermaßen: Weblogs, kurz Blogs genannt. Auf Weblogs wird getratscht, gedichtet, gewütet und gesammelt. Es sind überwiegend private Internetauftritte, deren Betreiber die Welt mit Nachrichten, Gerüchten, Links oder Filmtipps versorgen. Anfang 1999 gab es kaum mehr als 20 solcher Seiten, heute sind es Tausende. Dank einfacher Softwarelösungen kann ein eigener Weblog einfach zusammengebastelt werden.

Die meisten Weblogs werden ständig aktualisiert, viele mehrmals täglich. Sie funktionieren ähnlich einem Nachrichtenticker: Der aktuellste Beitrag landet oben auf der Seite, alte Einträge rutschen nach unten. Einige Blogs haben es mittlerweile weit gebracht. Schockwellenreiter.de, der Weblog des Berliners Jörg Kantel, wird am Tag mehrere tausend Mal angeklickt. Viele Weblog-Autoren sind Einzelkämpfer, die mit ihren Blogs kein großes Ziel verfolgen. In ihrem fast grenzenlosem Mitteilungsbedürfnis berichten sie von den Erlebnissen „einer ganz normalen WG in Berlin“, loben ihre gestrige Hühnersuppe und erzählen von Träumen, die eigentlich niemanden interessieren sollten.

Die Chancen, gelesen zu werden, steigen für Weblogs enorm, wenn sie aktuelle Ereignisse – Stichwort Irak-Krieg – kommentieren. Viele dieser „Warblogs“ kooperieren über eine Einstiegsseite miteinander oder gewinnen die Autoren aus ihrer Leserschaft.

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