Zeitung Heute : BMW: Valvetronic revolutioniert den Motorenbau

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Valvetronic nennt BMW jene Technik, die den Motor des 316ti Compact zu einer Revolution des Motorenbaus macht. Denn hier ist es erstmals gelungen, bei der Leistungsregelung auf die bislang übliche Drosselklappe zu verzichten und diese Aufgabe mit Hilfe eines variablen Ventilhubs zu lösen. Ein Meilenstein der Technik, an dessen Lösung sich bereits viele Konstrukteure die Zähne ausgebissen haben. Überraschend dabei ist, dass es BMW gelungen ist, dieses Problem sogar mechanisch zu lösen - unterstützt natürlich durch eine Elektronik, die die Daten liefert, mit denen die Mechanik angesteuert wird.

Doch was genau tut diese Valvetronic? Nun, läuft ein Ottomotor mit Vollgas, dann strömt die Frischluft ungehindert durch die Rohre des Ansaugsystems in die Brennräume. Wird weniger Leistung gefordert, muss man die Luftzufuhr begrenzen. Man tut das bislang mit einer Drosselklappe, die den Querschnitt der Ansaugrohre verengt. Diese Luft muss durch die verengten Kanäle regelrecht angesaugt werden. Das kostet Leistung und erhöht den Verbrauch. Bei der Valvetronic übernimmt nun eine raffinierte Steuerung der Ansaugventile die Mengenregelung. Sie erlaubt es, den Ventilhub zwischen Null und knapp zehn Millimeter zu variieren. Damit fallen die Drosselverluste weg und der Motor wird rund zehn Prozent sparsamer und zugleich agiler und laufruhiger.

Diese Lösung ist vergleichbar dem Verhalten von Menschen. Müssen sie hohe Leistung bringen, atmen sie lang und tief. Wird weniger Leistung benötigt, hält man sich nicht Mund und Nase zu - das entspräche der Funktion der Drosselklappe - sondern atmet kürzer und flacher. Genau das bewirkt die Valvetronic beim neuen BMW-Triebwerk, das als 1,8-Liter-Vierzylinder mit 85 kW (115 PS) erstmals beim neuen 316i Compact in diesem Sommer zum Einsatz kommt.

Das ist im Prinzip simpel. Doch in mechanische Bewegungen der Ventile umgesetzt ist es extrem kompliziert und erst möglich, seit es leistungsfähige Rechner für die nötigen Steuerkommandos gibt und extrem schnell reagierende Elektromotoren, die diese Kommandos in mechanische Bewegungen von Steuergliedern umsetzen. Das Resultat dieser Kombination aus hochpräziser Mechanik und leistungsfähiger Elektronik ist verblüffend. BMW wird die neue Technik schon bald auch in seinen übrigen Triebwerken einsetzen.

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