Zeitung Heute : Bomben auf Bagdad

Präsident Bush verkündet um 4.15 Uhr: Krieg hat begonnen / 40 Cruise Missiles auf ausgewählte Ziele / Saddam: Wir werden siegen

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Der Krieg gegen den Irak hat am frühen Donnerstagmorgen mit Angriffen auf ausgewählte Ziele in und um Bagdad begonnen. Prädident Bush wandte sich um 4.15 (MEZ) in einer Fernsehansprache an die Öffentlichkeit und verkündete, dass der Krieg mit ersten Schlägen begonnen habe. Nach Angaben des Fernsehsenders CNN wurden insgesamt 40 Marschflugkörper abgefeuert. Der Irak reagierte am Donnerstagmorgen mit dem Abschuss zweier Raketen auf Kuwait. An dem Militärschlag zu Beginn des IrakKrieges waren neben zwei Tarnkappenbombern des Typs F-117 auch sechs Kriegsschiffe im Persischen Golf und im Roten Meer beteiligt. Von dort aus wurden am Donnerstagmorgen mehr als 30 „Tomahawk“-Marschflugkörper auf ein Gebäude bei Bagdad abgefeuert, wo sich nach Informationen des US-Geheimdienstes führende irakische Regierungsmitglieder aufgehalten haben sollen. Nach Angaben des irakischen Informationsministeriums wurden bei dem Angriff zehn Menschen getötet. Das berichtete der Korrespondent des russischen Fernsehkanals ORT am Donnerstagmorgen aus Bagdad.

In den USA sprach Präsident George W. Bush in einer nur vierminütigen Fernsehrede von Angriffen auf „ausgewählte Ziele von militärischer Bedeutung“. Nach Medienberichten galten die ersten Raketenangriffe dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein und seinem inneren Führungszirkel. Die Aktion erfolgte laut „Washington Post“ auf Grund von Informationen des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Danach soll Saddam Hussein die Nacht in einem identifizierten Haus in der Hauptstadt verbracht haben. Nach zwei Stunden hatte sich laut CNN die Lage in der Hauptstadt wieder beruhigt. Militärexperten gingen davon aus, dass die erste große Angriffswelle erst am Donnerstagnachmittag oder später erfolgen werde.

Saddam Hussein wandte sich kurz nach Beginn des Krieges am Donnerstagmorgen in einer Ansprache an sein Volk und versprach den Irakern den Sieg über das „amerikanisch-zionistische Bündnis“. „Wir werden mit Gottes Hilfe siegen“, sagte Saddam, der seine Rede in Uniform vorlas. US-Präsident George W. Bush sei ein Verbrecher, fügte er hinzu. „Gott ist groß, es lebe der Irak, es lebe Palästina“, rief er.

Die US-Armee startete gleichzeitig im Süden Afghanistans eine Großoffensive gegen mutmaßliche islamische Extremisten. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck zeigte sich besorgt über die Situation der 2500 deutschen Soldaten in Afghanistan. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Bundeswehrsoldaten in einer „besonderen zusätzlichen schwierigen Gefährdungslage“ befänden. Tsp

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