Zeitung Heute : "boot": Groß wie ein Haus, nur teurer: Mega-Yachten

Annette Kögel

So groß war die "boot" in Düsseldorf noch nie: Ob Mega-Yachten oder Meeresarchäologie, Jetski oder Tauchreiseveranstalter, maritime Kunst aus US-Museen oder Motorboote, Kitesurfing oder Bundesmarine - in 17 Messehallen präsentieren 1700 Aussteller aus 45 Ländern alles rund um Freizeit und Entspannung an See, Fluss und Meer. Zur größten Wassersportausstellung der Welt werden ab morgen bis zum 28. Januar 370 000 Gäste erwartet - rund 8000 Besucher machen sich aus Berlin und Umgebung auf den Weg. Auch mehrere Dutzend Aussteller aus der Region sind in Düsseldorf mit an Bord.

Die Messe findet 2001 mit zwei zusätzlichen, neuen Hallen nunmehr auf 220 000 Quadratmetern brutto statt - "und hat damit ein neues Gesicht", sagte Abdul-Rahman Adib, Projektdirektor bei der Messe Düsseldorf. Die Veranstalter wollen künftig mehr junges Publikum auf die "boot" locken, aus diesem Grund findet man auch ein Internet-Café zum virtuellen Surfen nahe des Eingangs Nord und eine Aktionshalle mit Shows im Wasserbecken samt Beachvolleyball-Strand (Halle 13). Die Mega-Yachten - groß wie ein Haus, nur teurer - finden Interessenten in Halle 6. Wer so ein Schiff von innen sehen möchte, muss sich allerdings registrieren lassen und lange Warteschlangen in Kauf nehmen.

Weil die Berliner Wassersport- und Freizeitmesse immer noch vor sich hin dümpelt, wählen jene lokale Anbieter, die bundesweit verkaufen und sich den Messeauftritt leisten können, den Weg nach Düsseldorf. Insgesamt haben rund 50 Anbieter aus Berlin und den neuen Ländern auf der "boot" einen Messestand. Um das "Wassertouristische Entwicklungskonzept Berlin/Brandenburg" geht es auf einem Symposium des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft am 26. Januar um 12 Uhr. Auch Mitarbeiter der Bundesdruckerei Berlin stellen in Düsseldorf aus. Sie präsentieren in Halle 11 eine neuartige, so genannte Transponder-Diebstahlsicherung, die das Unternehmen selbst entwickelte. Dabei wird ein Chip in den Bootsrumpf eingebaut, den ein Lesegerät der Polizei erkennen kann. Die "Zweite Hand Bootshandel" aus Berlin hat ihren Stand in Halle 14. Nach Auskunft von Abdul-Rahman Adib sind in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rund 5000 Arbeitsplätze von der Wassersportwirtschaft abhängig, in ganz Deutschland sind es etwa 25 000.

Die "boot" 2001 findet unter guten Vorzeichen statt: Die Wassersportbranche verzeichnete im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatzzuwachs um etwa 10 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Mark, sagte Adib. Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmer erwarten für dieses Jahr "gleichbleibende oder besser Geschäfte im Vergleich zum Millenniumsjahr". Das Potenzial ist offenbar vorhanden: Einer Studie zufolge, die zum Messeauftakt vorgestellt wird, geht 9,3 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung segeln, angeln, rudern, tauchen, surfen, schnorcheln, kanupaddeln, motorbootfahren... .

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