Zeitung Heute : BRASILIEN ALS ERSTES TEAM IM ACHTELFINALE: WM-Favorit mit Tempo, Tricks und Toren

NANTES (sid).Der "Fußballschuh Gottes" Ronaldo hat seine Ladehemmung abgelegt und die Samba-Kicker von Rekord-Weltmeister Brasilien als erstes Team ins WM-Achtelfinale sowie zum Gruppensieg geführt: Mit dem ersten WM-Tor seiner Karriere legte der vom Großteil der 33 266 Zuschauer im ausverkauften Stade de la Beaujoire in Nantes gefeierte Wunderstürmer in der neunten Minute den Grundstein zum 3:0 (2:0)-Erfolg im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A gegen Marokko.Im 13.Vergleich mit einem afrikanischen Land münzten Rivaldo (45.) sowie Bebeto (50.) die technische Überlegenheit der "Samba-Fußballer" in den 13.Sieg um.In der Runde der letzten 16 könnte es somit bereits zu einer Neuauflage des WM-Finals von 1994 in den USA gegen die Italiener kommen, falls diese in der Gruppe B Zweiter werden sollten.

Nach der angeblichen Kritik an einer zu offensiven Ausrichtung vertraute Brasiliens Trainer Mario Zagallo bis auf eine Ausnahme (Leonardo für Giovanni) jener Formation, die beim 2:1 gegen die Schotten auf dem Feld gestanden hatte."Ganz allein ich entscheide, wer wo und wie spielt", hatte der ehemalige Weltklasse-Stürmer vor der Begegnung Führungsstärke demonstriert.In der Vorfreude auf ein großes Spiel war sein Team beim Betreten des Rasens von den Fans mit Ovationen empfangen worden.

Das mit Supertechnikern gespickte Team der Südamerikaner sah die Begrüßung als Verpflichtung an und zog ein sehenswertes Kombinationsspiel auf.Verteidiger Roberto Carlos blieb dabei seiner offensiven Ausrichtung ebenso treu wie auf der rechten Seite sein defensiverer Teamkollege Cafu, sodaß oft Überzahlsituationen entstanden.In der Abwehr hatte der Turnierfavorit mit den nur bis zum Strafraum gefällig agierenden Marokkanern selten Probleme.Kam der Ball einmal in den Strafraum, bereinigte der überragende Junior Baiano meistens die Situationen.Bebeto (26.), nach scharfer Hereingabe von Roberto Carlos, sowie dieser selbst mit einem sehenswerten Schuß hätten bereits frühzeitig die Führung ausbauen können.Ständiger Gefahrenherd war Ronaldo, der in der 18.Minute einen bösen Tritt von Chiba an den rechten Oberschenkel bekam und eine sichtbare Verletzung davontrug.Die Attacke wurde nicht durch den oft unsicher wirkenden russischen Schiedsrichter Nikolai Lewnikow nicht einmal mit einer Verwarnung geahndet.

An der Stätte seiner größten Erfolge hatte der frühere französische Nationaltrainer Henri Michel kaum taktische Veränderungen bei den Marokkanern vorgenommen.Der erneut wegen eines angebrochenen Zehs mit einer schmerzstillenden Spritze ins Spiel gegangene Mittelfeldstar Mustapha Hadji mimte wiederum den Alleinunterhalter und bekam nur selten Unterstützung von seinen technisch durchaus versierten Nebenleuten.Angesichts des von La-Ola-Wellen begleiteten Zauberfußballs der Brasilianer blieb alles nur Stückwerk.Eine echte Torchance konnten sich die "Löwen vom Atlas" erst vier Minuten vor Schluß durch den eingewechselten Amzine erarbeiten.

Beim viermaligen Weltmeister, der mit einer Glanzvorstellung seine Ambitionen auf den WM-Thron unterstrich, stachen aus einem glänzend harmonierenden Team Junior Baiano, Roberto Carlos sowie Rivaldo hervor.Die Marokkaner hatten in Hadji und Abdeljilil Hadda ihre besten Kräfte.

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