Zeitung Heute : Braun, Vogts und der durchgegangene Gaul

Berti Vogts steht ein Canossagang bevor: In einem persönlichen Gespräch mit FIFA-Präsident Joseph Blatter soll sich der Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für sein Verhalten nach dem WM-Aus im Viertelfinale gegen Kroatien (0:3) entschuldigen.Nach dieser Partie hatte der Bundestrainer von einer angeblichen Verschwörung der FIFA gegen die Deutschen ("Vielleicht ist der deutsche Fußball zu erfolgreich gewesen und sollte jetzt bestraft werden") gesprochen.

Das beabsichtigte Einlenken von Vogts kommt wohl auf Druck von Verbands-Präsident Egidius Braun zustande, der seinem Angestellten offenbar die Daumenschrauben angelegt hat.Im Interview mit dem Fachblatt "Kicker" sagte der DFB-Boß auf die Frage, wie der Imageschaden für den deutschen Fußball behoben werden könne: "Indem Berti Vogts öffentlich sagt: Es tut mir leid, mir ist der Gaul durchgegangen." Vogts hatte sich selbst einen Tag nach dem WM-K.-o.nicht von seinen Aussagen direkt nach dem Spiel distanziert.Diese Verhaltensweise ist bei Braun auf Unverständnis und scharfe Kritik gestoßen.Sie wird beim DFB-Krisengipfel am Freitag in Frankfurt ein Tagesordnungspunkt sein.

Braun hat schon mit seinem Vorschlag, einen Beraterstab für die Nationalmannschaft zu installieren, einigen Staub aufgewirbelt.Ein mögliches Mitglied dieses Gremiums könnte laut Braun Ex-Nationalspieler Günter Netzer werden.Der beim Vermarkter CWL tätige Europameister von 1972 und Weltmeister von 1974 kann sich selbst eine Mitarbeit im Beraterstab vorstellen: "Wenn ich gefragt werde, stehe ich zur Verfügung." sid

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