Zeitung Heute : Breitensport im Internet: Von Olympia profitieren

Kurt Sagatz

Nachdem das von Ex-Tennisprofi Boris Becker mitgetragene Internet-Portal Sportgate bereits vor einigen Tagen eingeräumt hatte, dass der Dienst nicht zu den Olympischen Spielen starten werde, wurde am Donnerstag bekannt, dass das unter anderem vom Sport-Informationsdienst sid und dem Deutschen Sportbund (DSB) partnerschaftlich mitbetriebene Breitensport-Portal erst im November gelauncht wird. "Olympia ist eine gute Sache auch für den Breitensport, und wir sind sicher, dass durch die Spiele auch für unser Angebot der Boden bereitet wird", sagte Sportgate-Sprecher Bernd Reuther gestern auf Anfrage. Bei den ursprünglichen Berichten nach der Pressekonferenz am Brandenburger Tor mit Boris Becker, Medienberater Helmut Thoma und Pixelpark-Chef Paulus Neef über einen Start zu den heute beginnenden Spielen habe es sich um ein Missverständnis gehandelt.

Auch für den Deutschen Sportbund stellt ein späterer Start kein Problem dar. Man habe keinen unmittelbaren Zugang zu den Spielen, der den Start des Online-Dienstes gerade jetzt zwingend erforderlich gemacht hätte. Vielmehr komme dem Verband eher die Rolle des Zulieferers von Leistungssportlern für das Nationale Olympische Komitee zu. Wichtiger sei mit Blick auf Sportgate, mit dem Dienst einen Partner zu haben, bei dem sich die autonomen Verbände des DSB einbringen können.

Dass technische Probleme zu einer Verzögerung geführt haben könnten, wird von Sportgate-Partner Pixelpark, der über die Tochter Venture Park beteiligt ist, bestritten. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit Sportereignisse wie unter anderem die Tour de France für das Internet aufbereitet. Pixelpark machte überdies deutlich, dass es eben nicht alles sei, bei Olympia dabei zu sein. Wichtiger sei die generelle Zielsetzung, den gesamten Breitensport über eine Plattform zu verbreiten. Sportgate-Sprecher Reuther führte als Beispiel die Sportergebnisse von Regionalliga-Ereignissen an, die derzeit nur mit großen Mühen über das Internet zu recherchieren sind.

Um zu den Spielen keine völlig leere Website anzubieten, wird zumindest ein etwas komfortablerer Newsticker die vorbeischauenden Surfer begrüßen. Damit ist dann auch die Gefahr gebannt, die Reuther bei einem vorschnellen Start gesehen hätte. Angesichts der jetzt einsetzenden Welle von Sportberichten im Netz hätte es passieren können, dass das Sportgate-Angebot möglicherweise nicht in der gewünschten Form sichtbar gewesen wäre.

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