Zeitung Heute : Buchhändler setzen weiter auf Papier statt Multimedia

Der Markt für CD-ROMs befindet sich nach Meinung der deutschen Buchhändler in einer schwierigen Bereinigungsphase.Die Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, sagte Oliver Waffender, Leiter der Arbeitsgruppe Multimedia, in der vergangenen Woche auf den Buchhändlertagen in Erfurt.Anbieter würden wieder aus dem Markt verschwinden, viele Verlage ihr Angebot deutlich zurückschrauben und kürzen.

Die Kunden hätten CD-ROMs nicht angenommen wie erwartet.Auch die Preise wären deutlich unter dem zurückgeblieben, was die Firmen angenommen hätten, sagte Waffender, der im Dumont-Verlag tätig ist.

Nach Ansicht von Waffender sind die Kosten für eine mediengerechte Aufbereitung zu hoch.Daher stammten auch die hohen Preise.Quereinsteiger, beispielsweise aus der Computerbranche, zeigten jedoch, wie man die Inhalte in kleineren Einheiten verbraucherfreundlich aufbereiten könne.

"Die elektronischen Medien werden das gedruckte Buch nicht ersetzen", sagte der bisherige Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gerhard Kurtze.Wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen belegten, daß das Buch gute Ausgangsbedingungen auch im Multimedia-Zeitalter habe.Der Umsatz mit elektronischen Produkten im deutschen Buchhandel mache zur Zeit nur etwa drei Prozent aus, wachse aber.Über 1 000 Buchhandlungen bieten ihren Service direkt oder indirekt via Internet an.

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