BUCHVORSTELLUNGHolm Friebe „Die Stein-Strategie“ : Wankelmut schlägt Wagemut

Marita Mirkus

„Wenn du dich bewegst, musst du wissen, wohin“, schreibt Holm Friebe in seinem aktuellen Buch „Die Stein-Strategie“ (Hanser Verlag) mit dem schönen Untertitel „Von der Kunst, nicht zu handeln“. „Wenn du dich nicht bewegst, musst du wissen, warum. Dieses Buch will nicht sagen, wo es langgeht. Es will vielmehr zeigen, warum das Nicht-Handeln, Stillhalten, Abwarten in vielen Situationen die bessere Wahl ist – und eine Option, die in den Strukturen und Systemen, in denen wir stecken, allzu oft ausgeblendet und hinweggefegt wird von der allgemeinen Drift zum Aktionistischen: Dem zupackenden Macher gehört die Welt, Wagemut schlägt Wankelmut.“

Da hat der 1972 geborene Holm Friebe, Volkswirt, Designtheoretiker und Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur (ZIA) in Berlin (und Bruder des Musikers Jens Friebe), der zuletzt mit dem Buch „Wir nennen es Arbeit“ Furore machte, einen wunden Punkt getroffen. Denn der ewige Imperativ der Gegenwart heißt Veränderung. Die womöglich klügere Option des Abwartens wird ausgeblendet. Nicht-Handeln, so versucht Friebe zu zeigen, ist die mit Abstand erfolgreichste Strategie: ob an der Börse, wo Warren Buffett Geld nicht durch hektisches Zocken, sondern durch kluges Warten verdient, in der Politik, wo Angela Merkel durch Aussitzen Kanzlerin bleibt, oder in der Kommunikation, wo Schweigen die mächtigste Waffe ist. Unterhaltsam legt der Autor dar, wie wir die Trumpfkarte des Nicht-Handelns ausspielen können. Motto: Von Steinen lernen heißt siegen lernen! Im Gespräch mit der „taz“-Redakteurin Tania Martini stellt er sein Buch nun vor. Marita Mirkus

Literaturforum im Brecht-Haus, Di 7.1., 20 Uhr,

5 €, erm. 3 €

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