Zeitung Heute : Büffeln für den Allrad-Meister Zweiradschlosser wieder gefragter

Gideon Heimann

Den Beruf mit dem privaten Spaß zu verbinden, davon träumt eigentlich jeder. Und wer schon als 16-Jähriger sein Moped erfolgreich repariert, denkt bestimmt mal daran, Zweiradmechaniker zu werden. Aber Vorsicht. „Die Motorradbranche ist ein Saisongeschäft“, warnt Thomas Zander, Kawasaki-Vertragshändler (Firma ZFS) in Marienfelde. Gerade dann, wenn das schönste Wetter zum Fahren herrscht, gibt es auch den größten Andrang in den Werkstätten, also die meiste Arbeit. Und umgekehrt: Jetzt, im Winter, geht es in den Werkstätten richtig ruhig zu.

Die Jobchancen insgesamt sind aber nicht schlecht. „Gute Mechaniker werden immer gesucht“, sagt Zander und verweist dabei insbesondere auf Süddeutschland und das Rheinland. In Berlin und den Neuen Ländern hat sich der Markt nach eigenen Gesetzen entwickelt. Der Nachholbedarf nach der Wende schuf zunächst einen Boom, der dann in den vergangenen fünf Jahren abflachte. Wer vor allem wegen seiner guten Serviceleistungen Kunden an sich binden konnte, hat nun die besten Aussichten, am Aufschwung teilzunehmen. Und der kommt: Schon im vergangenen Jahr war das Geschäft etwas besser als 2002, auch dieses Jahr wächst die Zahl der Kaufverträge spürbar.

Verkehrspolitische Entscheidungen können zu weiterem Wachstum verhelfen: Wenn auch deutsche Städte dem Beispiel Londons folgen und eine City-Maut für Autos einführen, dürfte das Geschäft mit den Zweirädern kräftig wachsen. Das Berufsbild des Zweiradmechanikers hat also Zukunft. Wer sich darauf einlässt, sollte aber starke Nerven haben. Der Stress im Frühjahr und Frühsommer ist groß – und Fehler dürfen nicht passieren. Zudem ist die Ausbildung anspruchsvoll, auch in der Berufsschule. Wer gar seinen Meister machen will, muss viel lernen. Schließlich darf er dann auch komplette Fahrzeuge konstruieren, vom Rahmen bis zum Motor.

www.autoberufe.de/berufsbildung/ausbildung/neueberufe/sub_20030303145747.html

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