Zeitung Heute : Bummeln durch den Bezirk mit:

Daniela liebt die Gegend rund um den Winterfeldtplatz. „Es ist nicht so vollgestopft, hat aber trotzdem ein angenehm brodeliges Flair.“ Alles liegt um die Ecke. Eine wunderbare Mischung aus gemütlichen Cafés, Restaurants, Stöberläden, Leben und Entspannung. Heute ist Mittwoch: Markttag - die abgespeckte Version. Eine Miniaturausgabe des Wochenmarkts am Samstag. Doch man bekommt, was das Herz begehrt. Daniela lässt sich verführen von den köstlichen Düften des Steckerlfisches an Jürgen Fürguts Stand. Für seine feinen Makrelen und Forellen ist der Steckerlfischexperte aus Bayern (1) stadtbekannt. Die Atmosphäre ist bezaubernd - besonders bei Sonnenschein. Beschwingt von der Musik eines Imbissstandes bummeln wir weiter. „Es wird Zeit, die Frühlingsplatten rauszukramen.“ Ihre Musikvorlieben passt Daniela den Jahreszeiten an.

Zu den leckeren Speisen, finden wir die passenden Getränke. Die quirrlige Schauspielerin schwärmt vom Green Door (2), wenn es um eine nette Bar am Abend geht. Feine Cocktails, freundliches Barpersonal, gemütliches Ambiente. Am liebsten lässt sie sich den White Russian mixen. „Die Cocktailbar ist etwas Besonderes - entspannt und schick.“ Vorbei an prachtvollen alten Häusern zieht es uns in ein kleines, charmantes Café. Die Pâtisserie Albrechts (3). Schnuckelig, lichtdurchflutet. Im Holzregal stapeln sich diverse Zeitungen, Magazine und Gossipheftchen. Klatsch und Tratsch zum Schmökern. „Ein richtiges Mädchencafé“, schmunzelt Daniela. Ihr Lieblingsplatz ist direkt am Fenster oder an dem runden Tischchen im Eingangsbereich. Von da aus hat sie den besten Blick auf Schoko-Doms, Nu-Ki-Törtchen, Éclairs, Himbeer-Tarte, Erdbeer-Tiramisu, Millefeuille, Opéra und Tarte au Citron - alles handgemacht. In entzückenden Pappkartönchen gibt’s die Teilchen auch zum Mitnehmen. Das Albrechts kombiniert die Traditionen der deutschen Konditorei mit der Leichtigkeit und Raffinesse der französischen Pâtisserie. Danielas Tipp: Chili Schokolade oder heißer Apfelsaft mit Zimt. Den genießt sie ab und an mit einer Freundin, nach einem Spaziergang zum Victoria Luise Platz (4). Danielas Sonnenplatz. Neben ihrem eigenen Balkon zu Hause. Die Platzgestaltung mit Springbrunnen und Kolonnade ist beeindruckend. Im Sommer sprudelt eine Wasserfontäne. Die eindrucksvollen Häuser ringsherum haben teilweise den Charakter von Stadtvillen. Imposante Fassaden im barocken Jugendstil. In einer dieser Bauwerke befindet sich das Fotogeschäft Foto Meyer. Da bringt Daniela ihre Abzüge hin.

Gemütlichkeit erwartet uns im Gottlob (5). Perfekt zum Frühstücken, Mittagessen oder um abends ein Gläschen Wein zu trinken. Angenehm dezent die Musik, die Atmosphäre ungezwungen und entspannt. Daniela isst am liebsten den „Salat Gottlob“ - mit direktem Blick auf die Apostel-Paulus-Kirche und die flanierenden Szene-Menschen der Akazienstraße. Ein Suppenfan ist sie außerdem. Das Kochen & Würzen (6) ist ein Paradies für Kochliebhaber: Kräuter, Gewürze, Kochbücher, Küchenwerkzeuge, Porzellangefäße, Weine, Spirituosen, Essige und Öle. Auf der Suche nach Geschenken kommt Daniela oft hierher. Der perfekte Stöberladen. Gewürzvariationen abgefüllt in Büchsen und Dosen. Gläserne Behältnisse mit allerlei Essenzen. Eine Hexenküche. Kulinarische Lebensart. Die Hobbyköchin schnappt sich als erstes das neue Kochkursprogramm. Sie steht auf die Französische Küche, liebt es am Tisch zu sitzen, Kochbücher zu lesen - eines aus ihrer umfangreichen Kochbuchsammlung. Für Daniela verkörpert Kochen „ein Nachhausekommengefühl“.

Nach so viel Genuss im Geiste schlendern wir in den Kurpark-ähnlich angelegten Rudolph-Wilde-Park. Entlang von Spiel- und Liegewiesen, dem Baudenkmal Carl-Zuckmayer-Brücke mit dem oberirdischen U-Bahnhof Rathaus Schöneberg. Am historischen Milchhäuschen führt eine breite Treppe hinunter zu einer großen Brunnenanlage mit Fontänen. In der Mitte erhebt sich eine beinahe neun Meter hohe Säule, die ein goldener Hirsch krönt - das Wappentier von Schöneberg (7). „Ein grandioser Park zum Picknicken, Entspannen und Joggen.“

Nach unserem erlebnisreichen Spaziergang bei Minustemperaturen zieht es uns ins Warme. Ein italienisches Restaurant mit ganz besonderem Flair steht auf dem Plan. Das Boccacelli (8) ist der Lieblingsitaliener von Daniela. „Ravioli mit Spinat-Ricotta-Füllung in Parmesan-Walnusssoße - ich bin gestorben!“ Alles ist italienisch: die Küche, die Bedienung, die Inhaber, die Köche, die Musik, das Ambiente, die Stimmung und der Wein. Das italienische Temperament der Köche und Bedienung ist spürbar: Es wird gesungen, gelacht, munter geplappert und geschekert. Draußen tanzen Schneeflocken, drinnen Koch Francesco. Am Nachbartisch nippt Theos, der King of Actionpainting, an einem Cappuccino. Der habilitierte Künstler pendelt zwischen New York und Berlin. Spontan lädt uns der Chef des Boccacelli ein zu seiner Geburtstagssause Ende April. Erwartet werden prominente Berliner. Zu Eros Ramazotti Klängen genießen wir das ausgezeichnete Essen - „ein toller Ort, um seinen Geburtstag zu feiern“. Daniela wird demnächst dreißig. Es ist eine besondere Atmosphäre an diesem Nachmittag im Boccacelli - wie in einem kleinen italienischen Kosmos. Sophie Guggenberger

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