Zeitung Heute : Bundesprüfstelle warnt vor ausländischen Internet-Angeboten

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) hat darauf aufmerksam gemacht, daß aus dem Ausland weiterhin Angebote mit pornographischem oder gewaltverherrlichendem Charakter ins Internet eingespeist werden.Um Kinder und Jugendliche vor solchen Inhalten zu schützen, seien "noch einige Anstrengungen erforderlich", sagte die Leiterin der Prüfstelle, Elke Monssen-Engberding.

In Deutschland zeige demgegenüber das vor gut einem Jahr in Kraft getretene Informations- und Kommunikationsdienstegesetz des Bundes Wirkung.Die Bundesprüfstelle habe aufgrund dieses Gesetzes bereits eine umfangreiche Tätigkeit in bezug auf die Indizierung von Internetseiten aufgenommen.Dabei habe man festgestellt, daß die Angebote, die von deutschen Servern aus betrieben werden, im wesentlichen "in jugendschutzrechtlicher Sicht nicht oder nur noch in geringem Umfang zu beanstanden sind".

Frau Monssen-Engberding betonte, im Bereich Jugendschutz habe man durchaus Erfolge erzielt.Viele Anbieter hätten auf deutschen Servern ihre Angebote umgestellt oder mit einem sogenannten "edit check" versehen.Dies bedeute, daß ein Zugriff nur möglich sei, nachdem der Nutzer seine Scheckkartennummer eingegeben habe, so daß dieser letzten Endes identifizierbar sei.Die BPjS-Chefin bezeichnete es als "sehr schwierig", auf internationale Ebene einen Handlungsrahmen zu formulieren.

Die Prüfstellenleiterin begrüßte in diesem Zusammenhang die jüngste Initiative der brandenburgischen Landesregierung.Diese hatte vor einigen Tagen einen Online-Wettbewerb gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ausgelobt.Junge Menschen bis 25 Jahre können dabei mit selbst erstellten Web-Seiten zum Thema Gewalt und Toleranz Preise gewinnen.Es müßte mehr Programme wie dieses geben, unterstrich Frau Monssen-Engberding.Schließlich sei es der "Traum jedes Jugendschützers", wenn dieser gar nicht mehr tätig werden müsse.

Die Chefin der Bundesprüfstelle gab zu bedenken, daß mit solchen Programmen zur Förderung der Medienkompetenz in der Regel nur wenige Jugendliche erreicht würden.Beim sogenannten "edit check" zum Beispiel sei vor allem die Verantwortung der Eltern gefragt.

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