Zeitung Heute : Bundeswehr soll ihre Lager öfter verlassen Neue Strategie für Einsatz in Afghanistan

Berlin/Kabul - Wenige Tage vor der Afghanistankonferenz in London hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine veränderte Einsatzstrategie für die Bundeswehr angekündigt. Ein neuer Schwerpunkt des Einsatzes sei, dass die Soldaten beim Ausbilden afghanischer Sicherheitskräfte mehr Präsenz in der Fläche zeigten, sagte der Minister der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Damit reagiert die deutsche Politik offenbar auf Forderungen der USA an die Bundeswehr, afghanische Kräfte nicht nur innerhalb ihrer Lager auszubilden, sondern stärker den Kontakt mit Zivilisten zu suchen. Das neue Vorgehen birgt für die Soldaten nach Meinung von Experten höhere Risiken.

Unterdessen hat die afghanische Wahlkommission die für das Frühjahr angesetzte Parlamentswahl für das Unterhaus um vier Monate auf den 18. September verschoben. Als Gründe nannte ein Sprecher neben Sicherheitsbedenken auch eine Finanzierungslücke in Höhe von knapp 85 Millionen Euro. Ein Grund für die Zurückhaltung sind nach Ansicht von Beobachtern die massiven Betrugsvorwürfe bei der Präsidentenwahl im vergangenen August, bei der Hamid Karsai im Amt bestätigt worden war.

Die afghanischen Truppen sollen nach einem Strategiepapier für die Londoner Konferenz ab 2011 in ersten Provinzen selbst für Sicherheit sorgen. In dem Dokument wird auch die Einrichtung eines Integrationsprogramms für Taliban- Aussteiger vorgeschlagen. Das Programm soll von der afghanischen Regierung umgesetzt und von der internationalen Gemeinschaft finanziert werden. hmt/dpa/rtr

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